gms | German Medical Science

124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

01. - 04.05.2007, München

Welchen Stellenwert besitzt die HD(high definition)-Technologie in der minimal invasiven Chirurgie? Quantensprung oder Modeerscheinung?

Meeting Abstract

  • corresponding author C.M. Krüger - Klinikum Neukölln, Klinik für Viszeral-, Thorax- & Gefäßchirurgie, Berlin, Deutschland
  • S. Kürbis - W.O.M. - World of Medicine AG, Berlin, Deutschland
  • P. Wiest - W.O.M. - World of Medicine AG, Berlin, Deutschland
  • A. Holzgreve - Klinikum Neukölln, Klinik für Viszeral-, Thorax- & Gefäßchirurgie, Berlin, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 01.-04.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgch7745

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2007/07dgch517.shtml

Veröffentlicht: 1. Oktober 2007

© 2007 Krüger et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung: Mit Einführung der minimalinvasiven Chirurgie in den 90-er Jahren hat sich an der qualitativen Bildverarbeitung wenig geändert. Bis heute ist die analoge Kameratechnik, der Röhrenmonitor, sowie der Videorecorder als Dokumentationsmedium operativ technischer Standard in zahlreichen operativen Abteilungen. Mit Einführung der digitalen Bildtechnologien muss unter Qualitäts- und OP- Sicherheitsaspekten die Wertigkeit dieser neuen Technologie (Digitalkamera, Flachbildschirm mit HD ready, elektronische Datenaufzeichnung) evaluiert werden. Darüber hinaus bieten sich durch digitale Datenverarbeitung neue Möglichkeiten der Dokumentation, Weiterverarbeitung und Analyse. Fragestellung der Studie war es, zu evaluieren, ob die digitale HD-Bildverarbeitung, über eine Verbesserung der intraoperativen Bildqualität, zu einer Verbesserung des operativen Ablaufes, ggf. auch des operativen Ergebnisses unter medizinischen und betriebswirtschaftlichen Aspekten führen kann.

Material und Methoden: In den Gruppen lap. Appendektomie, lap. Cholecystektomie & endoskopische Hernienreparation (TEP) wurden je 20 Patienten operativ versorgt. Der Einschluss erfolgte prospektiv, nicht selektiert entsprechend der Zuweisung zur Klinik. Es erfolgte keine Unterscheidung zwischen Elektiv- und Notfalleingriff. Randomisiert wurde für analoge vs. HD-digitale Bildkette. An Kameras kam analog die 3-Chip TC805, digital die 3-Chip TC805HD zum Einsatz. Alle Eingriffe wurden mittels eines digitalen Dokumentationssystems (ORCAP) gespeichert. Zusätzlich wurden pro Eingriff anhand eines standardisierten Fragebogens zehn chirurgisch operative, wie bildtechnische Qualitätskriterien evaluiert. Bei jedem Eingriff erfolgte zu fünf festgelegten Operationszeitpunkten die Einzelbilddokumentation als JPG. An klinischen Parametern wurden die epidemiologischen Daten, OP Dauer, die Komplikationsraten und der stationäre Aufenthalt erfasst. Durch nicht beteiligte Chirurgen erfolgte die Beurteilung der Einzelbildserien am Bildschirm und Foto-printouts.

Ergebnisse: Patientencharakteristika der Studiengruppen waren vergleichbar. Ebenso Unterschieden sich die Dauer des stat. Aufenthaltes und das postoperative Outcome nicht. Vorteile der digitalen Bildkette ergaben sich für bildtechnische Qualitätsmerkmale wie Farbbrillanz, Kontrast und Tiefenschärfe. Durchgehend wurden die digital durchgeführten Eingriffe in der Identifikation anatomischer Strukturen als plastischer und eindeutiger bewertet. Unabhängig der OP-Indikation lagen die digital durchgeführten OP-Zeiten unterhalb der Zeiten der analogen Eingriffe. Ein zusätzlicher Vorteil für digital konnte bei der Identifikation von Blutungsquellen dokumentiert werden. Von unabhängigen Chirurgen konnten analog vs. digital generierte Bilddokumente zweifelsfrei differenziert werden.

Schlussfolgerung: Die digitale Bildkette in der Laparoskopie stellt eine klare Verbesserung der intraoperativen Bildqualität dar. Kontrast, Farbbrillanz und störungsfreie Bildübertragung tragen zu einer gesteigerten Bildqualität und zu einer erhöhten Operationssicherheit bei. Verfügbare kostengünstige Möglichkeiten der digitalen und qualitätsverlustfreien Bildspeicherung zeigen unter forensischen und Ausbildungsaspekten eine Vielzahl neuer Möglichkeiten auf. Eine breite Einführung der digitalen Kamera- und Bildtechnik in der minimal invasiven Chirurgie ist zu erwarten.