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124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

01. - 04.05.2007, München

Peritonitische Komplikationen nach Antirefluxoperationen

Meeting Abstract

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  • corresponding author K. Schneiders - Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie, Marien-Hospital Wesel, Wesel, Deutschland
  • J. Daamen - Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie, Marien-Hospital Wesel, Wesel, Deutschland
  • W.-D. Otte - Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie, Marien-Hospital Wesel, Wesel, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 01.-04.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgch6900

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2007/07dgch515.shtml

Veröffentlicht: 1. Oktober 2007

© 2007 Schneiders et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Komplikationsraten schwerwiegender peritonitischer Komplikationen in der Antirefluxchirurgie werden mit 0,1% für septische intraabdominelle Komplikationen angegeben. Die Gesamtletalität wird mit 0,1 % angegeben. Treten Leckagen von Ösophagus, Magen oder Dünndarm auf, sind diese meist mit einem klinisch wenig imponierenden Verlauf assoziiert. Revisionseingriffe werden häufig erst dann durchgeführt, wenn bereits eine ausgedehnte Peritonitis vorliegt. Die Relaparatomie- und Relaparoskopieraten liegen bei 1,1 % und 0,5%. Ziel sollte es sein Leckagen frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig zu therapieren.

Material und Methoden: Retrospektiv werden die Daten von 370 operativ versorgten Refluxpatienten analysiert. Im Zeitraum von 10/94 bis 08/06 wurden die 370 Eingriffe in unserer Klinik vorgenommen. Als Standardeingriff erfolgte eine laparoskopische Hiatoplastik mit dorsaler alloplastischer Verstärkung des Hiatus und Anlage einer dorsalen Semifundoplicatio. Im Gesamtkollektiv traten 4 peritonitische Komplikationen auf. Die Fälle werden im einzelnen bezüglich Ursache, Diagnostik und Therapie dargestellt.

Ergebnisse: Eine Dünndarmperforation, verursacht durch unbemerktes Einziehen in den Trokar wurde nach 5 Tagen klinisch durch einen peritonitischen Reiz und entsprechende laborchemische und sonographische Veränderungen auffällig. Innerhalb der ersten Tage lag eine unspezifische Symptomatik vor, die zunächst keinen Anlass zur Revision gab. In Folge der Revision nach mehrtätigem Intervall war eine mehrwöchige intensivmedizinische Therapie notwendig. Eine Ösophagusperforation bedingte ebenso einen offenen Revisionseingriff und mehrmonatige intensivmedizinische Behandlung. Auch hier trat inital eine unspezifische Symptomatik mit Blähungen, subfebrilen Temperaturen und Unwohlsein auf. Auffällig war lediglich ein etwas erhöhter Schmerzmittelverbrauch. Zwei kleine Ösophagusleckagen an den Einstichstellen der Manschettenfixationsnähte mit vergleichbaren klinischen Verläufen verursachten jeweils eine ausgedehnte 4-Quadrantenperitonitis mit Streptokokkeninfekt. In beiden Fällen war die Leckage im Kontrastmittleschluck nicht nachweisbar, beide Patienten wurden operativ revidiert. In einem Fall konnten die Peritonitis und Leckage durch laparoskopische Lavage und Vollmanschettenbildung zur vollständigen Ausheilung gebracht werden, im zweiten Fall trat ein fulminant septisches Geschehen auf, in welchem der nebenerkrankungsfreie Patient verstarb.

Schlussfolgerung: Aufgrund der schwerwiegenden Verläufe bei Peritonits und der schwierigen Nachweisbarkeit von Magen-, Ösophagus- und Dünndarmleckagen nach laparoskopischen Antirefluxeingriffen haben wir Mitte des Jahres 2006 unser postoperatives Diagnostikregime geändert. Bereits am ersten anstelle vom fünften postoperativen Tag erfolgt eine radiologische Kontrolle mittels Kontrastmittelschluck. Bei unsicheren radiologischen Ergebnissen oder untypischen klinischen postoperativen Verläufen erfolgt zusätzlich eine computertomographische Überprüfung des Operationsgebietes. Mit dieser erweiterten postoperativen Diagnostik soll eine Leckage frühzeitig erkannt werden und durch frühzeitige Revisionseingriffe eine ausgedehnte Peritonitis vermieden werden.