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124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

01. - 04.05.2007, München

Kontinuierliches Monitoring des Nervus laryngeus recurrens durch N. vagus Stimulation – eine neue Methode

Meeting Abstract

  • W. Lamadé - Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie, Robert-Bosch-Krankenhaus, Stuttgart
  • corresponding author C. Ulmer - Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie, Robert-Bosch-Krankenhaus, Stuttgart
  • A. Seimer - Abteilung für Phoniatrie und Pädaudiologie, Marienhospital, Stuttgart
  • K.P. Koch - Fraunhofer Institute für Biomedizinische Technik, St. Ingbert
  • U. Meyding-Lamadé - Abteilung für Neurologie, Nord-West Krankenhaus, Frankfurt
  • K.P. Thon - Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Unfallchirurgie, Robert-Bosch-Krankenhaus, Stuttgart

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 01.-04.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgch7469

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2007/07dgch398.shtml

Veröffentlicht: 1. Oktober 2007

© 2007 Lamadé et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Seit den sechziger Jahren sind verschiedenste elektromyographische Verfahren entwickelt worden, die eine Senkung der Verletzungsrate des N. laryngeus recurrens bei Schilddrüsenoperationen zum Ziel haben. Bis auf die EMG-Doppelballonmethode handelt es sich bei allen um intermittierende Nervenidentifizierungshilfen. Ein kontinuierliches Neuromonitoring wurde bisher nicht in der breiten Routine eingesetzt. Wir stellen die ersten klinischen Ergebnisse einer neuen kontinuierlichen Neuromonitoring-Methode vor.

Material und Methoden: 20 konsekutive Patienten mit geplanter Schilddrüsenoperation wurden in die Studie eingeschlossen. 18 Patienten mit benignen Knotenstrumen, wovon zwei gleichzeitig eine Hashimoto-Thyreoditis aufwiesen. Bei 2 Patienten lag ein papilläres Schilddrüsenkarzinom vor. Bei 11 Patienten erfolgte eine Dunhill-Operation, bei 5 Patienten eine Hemithyreoidektomie, bei 2 Patienten eine subtotale Resektion beidseits und bei zwei Patienten eine Thyreoidektomie plus zentraler Neck dissektion. Eine neu entwickelte, voll implantierbare tripolare hybride multilayer Mikrocuff-Elektrode für die Stimulation des N. vagus wurde zu Beginn der Operation eingebracht. Die „Cuff-Elektrode“ ist vollständig atraumatisch implantierbar, hochflexibel, und liegt dem Nerven eng an. Zur Signalableitung wurden Standardelektroden verwendet. Stimulation und Signalableitung erfolgten mittels eines Multikanal-EMG-Gerätes. Zur Signalanalyse wurde eine spezielle Software entwickelt.

Ergebnisse: Die neue tripolare Vagus-Elektrode wurde erstmals beim Menschen eingesetzt. Bei allen Patienten führten völlig homogene und reproduzierbare Signale (197µV im Mittel, 45 – 401µV Range) zu einem stabilen kontinuierlichen Nervenmonitoring. Die akustische Rückkoppelung der Signalveränderungen zeigten in zwei Fällen eine kurzfristige Nervenbelastung durch indirekten Zug auf den NLR an. Die sofortige Reaktion des Operateurs führte zur Entlastung und Normalisierung der Signalamplitude. Die eingesetzten Stimulationsströme lagen zwischen 0,5 und 1,5 mA (Mittel 1 mA). Die Implantation der „Cuff-Elektrode“ dauerte im Mittel 6,5 min, die gesamte Vagus-Stimulationszeit betrug im Mittel 65 min. Eine permanente Recurrensparese trat nicht auf. Ein Patient wurde wegen einer Nachblutung aus der geraden Halsmuskulatur ohne Neuromonitoring re-operiert. Dieser Patient erlitt eine temporäre Recurrensschwäche. Eine schwere Hypokalzämie war bei keinem Patienten aufgetreten.

Schlussfolgerung: Die neue vollimplantierbare tripolare Vagus-Elektrode führt zusammen mit einer speziell entwickelten Software zu einem stabilen kontinuierlichen Monitoring des N. laryngeus recurrens. Das Verfahren ist sicher, einfach in der Handhabung und kann als „Add-on“ noch während der Operation indiziert werden.