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124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

01. - 04.05.2007, München

Humane Fettgewebsvorläuferzellen ermöglichen die kombinierte Züchtung von Fettgewebe und endothelialen Strukturen

Meeting Abstract

  • corresponding author M.E.V. Wosnitza - Klinik für Plastische Chirurgie, Hand- und Verbrennungschirurgie, Universitätsklinikum Aachen
  • K. Hemmrich - Klinik für Plastische Chirurgie, Hand- und Verbrennungschirurgie, Universitätsklinikum Aachen
  • A. Gröger - Klinik für Plastische Chirurgie, Hand- und Verbrennungschirurgie, Universitätsklinikum Aachen
  • N. Pallua - Klinik für Plastische Chirurgie, Hand- und Verbrennungschirurgie, Universitätsklinikum Aachen

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 01.-04.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgch7466

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2007/07dgch369.shtml

Veröffentlicht: 1. Oktober 2007

© 2007 Wosnitza et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Präadipozyten, Vorläuferzellen des Fettgewebes mit stammzellartigen Charakteristika, sind Teil der stromalen vaskulären Fraktion (SVF) des Fettgewebes. Aktuelle Forschungsberichte legen nahe, dass Fettzellen und Endothelzellen eine gemeinsame Vorläuferzelle innerhalb der SVF bzw. innerhalb der Präadipozytenfraktion besitzen. Ziel dieser Studie war, diesen Vorläufer in Liposuktionsgewebe und exzidiertem Fettgewebe zu identifizieren, zu charakterisieren, und zu klären, inwieweit eine Transdifferenzierung von Endothelzellen zu reifen Fettzellen und umgekehrt möglich ist.

Material und Methoden: SVF Zellen wurden aus liposuktioniertem oder exzidiertem Fettgewebe isoliert und mittels Magnet-unterstützter Zellsortierung in CD31+ and CD31- Populationen aufgetrennt. Differenzierung zu reifen Adipozyten erfolgte durch Insulin, Dexamethason, Isobutylmethylxanthin, Triiodthyronin, Pioglitazon und Transferrin. Das Ausmaß der Differenzierung wurde enzymatisch und morphologisch bestimmt. Differenzierung zu Endothel erfolgte durch VEGF, IGF-1 plus 2% FCS und wurde mittels FACS-Analyse und tube formation assays auf Matrigel™ überprüft. Analysiert wurde die Expression der Oberflächenproteine CD34, KDR, CD31, von-Willebrandt-Faktor, S100 und CD51/61.

Ergebnisse: Die Durchflusszytometrie von frisch isolierten SVF Zellen aus exzidiertem und liposuktioniertem Fett zeigt eine große Population von CD34 und KDR-positiven Vorläuferzellen, allerdings auch CD31+, CD51/61+, vWF+ Zellen, die eine Endothel-Kontamination nahelegen. Diese Endothelfraktion war signifikant höher in liposuktioniertem (bis zu 40%) als in exzdiertem Fettgewebe (5-10%). In der SVF fand sich ein CD31-, S100+ Zelltyp, der sowohl Richtung Fett als auch Richtung Endothel differenziert werden kann. Desweiteren enthält die SVF CD31+, vWF+ Zellen, die trotz endothelialem Phänotypen zu reifen Adipozyten umdifferenziert werden können.

Schlussfolgerung: Einige SVF Zellen lassen sich sowohl zu Fett als auch zu Endothel differenzieren. Desweiteren können reife Endothelzellen eine Konversion von Endothelzelle zu Fettzelle und umgekehrt vollziehen. Diese Ergebnisse ermutigen zu neuen Ansätzen in der Fettgewebszüchtung mit aufgereinigten multipotenten SVF Zellen. Darüber hinaus könnten die Resultate Relevanz für die Pathogenese der Atherosklerose haben, da die Entstehung und das Fortschreiten atherosklerotischer Läsionen Endothelzellen involviert, die gleichzeitig endotheliale sowie adipogene Eigenschaften aufweisen.