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124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

01. - 04.05.2007, München

Somatostatin und seine Analoga in der Prävention von Komplikationen nach Pankreasresektion – Systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse

Meeting Abstract

  • corresponding author M.N. Wente - Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
  • M.K. Diener - Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
  • H.P. Knaebel - Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
  • C.M. Seiler - Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
  • H. Friess - Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
  • M.W. Büchler - Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg, Heidelberg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 01.-04.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgch6934

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2007/07dgch318.shtml

Veröffentlicht: 1. Oktober 2007

© 2007 Wente et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Anwendung von Somatostatin und seinen Analoga zur Reduktion von Komplikationen in der Pankreaschirurgie wird weiterhin kritisch diskutiert. Ziel der vorliegenden Systematischen Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse war es, den Effekt der postoperativen Anwendung von Somatostatin in der Pankreaschirurgie quantitativ zu erfassen.

Material und Methoden: Eine systematische Literatursuche (1966-2006) nach Standards der Cochrane Collaboration (Medline, Embase, Cochrane Library, Konferenzprogramme) wurde durchgeführt. Alle randomisiert-kontrollierten Studien (RKS) zum Vergleich der Behandlung mit oder ohne Somatostatin bei Pankreasresektionen wurden eingeschlossen. Eine Einschätzung der methodologischen Qualität der eingeschlossenen Studien (Critical appraisal) erfolge mittels standardisierter Formulare. Die Extraktion von quantitativen Ergebnissen der postoperativen Morbidität und Mortalität wurde von zwei Autoren unabhängig voneinander durchgeführt. Die erfassten Parameter waren Gesamtmorbidität, pankreasspezifische Morbidität, Pankreasfistel, Mortalität und Krankenhausverweildauer. Weitere Analysen wurden durchgeführt für die Subgruppen Pankreaskarzinom und chronische Pankreatitis, Pankreatikoduodenektomie und Pankreaslinksresektion, Somatostatin s.c. und Somatostatin i.v. Die Analyse erfolgte mittels ReviewManager unter Anwendung eines Random-Effekt-Modells. Die Ergebnisse wurden dargestellt als Odds Ratio und dem 95%-Konfidenzintervall.

Ergebnisse: Sechzehn RKS mit insgesamt 2153 eingeschlossenen Patienten erfüllten die Einschlusskriterien. Die durchgeführte Meta-Analyse erbrachte einen signifikanten Vorteil für Somatostatin im Vergleich zur Kontrollgruppe hinsichtlich der Gesamtmorbidität (P=0.002), dem Auftreten von pankreasspezifischen Komplikationen (P=0.0004) und dem Auftreten von Pankreasfisteln (P=0.001). Kein statistischer Unterschied bestand hinsichtlich der Mortalität (P=0.77) und der Krankenhausverweildauer (P=0.39). Vergleichbare Ergebnisse erbrachten die Subgruppen-Analysen der Entitäten, Resektionsarten und Applikationsrouten.

Schlussfolgerung: Anhand der vorliegenden Meta-Analyse kann kein signifikanter Effekt der Somatostatingabe auf die Gesamtmortalität oder die Krankenhausverweildauer nachgewiesen werden. Allerdings reduziert die postoperative Gabe von Somatostatin signifikant die Gesamtmorbidität, die Rate der pankreasspezifischen Komplikationen und im Besonderen das Auftreten von Pankreasfisteln nach Pankreasresektionen.