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124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

01. - 04.05.2007, München

Die ACI-Desobliteration in Lokalanästhesie erfordert eine präoperative Stimmlippenfunktionsdiagnostik

Meeting Abstract

  • corresponding author F. Thermann - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie der Universität Halle-Wittenberg, Halle, Deutschland
  • J. Ukkat - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie der Universität Halle-Wittenberg, Halle, Deutschland
  • E. John - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie der Universität Halle-Wittenberg, Halle, Deutschland
  • H. Dralle - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie der Universität Halle-Wittenberg, Halle, Deutschland
  • M. Brauckhoff - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie der Universität Halle-Wittenberg, Halle, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 01.-04.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgch7061

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2007/07dgch268.shtml

Veröffentlicht: 1. Oktober 2007

© 2007 Thermann et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Minderung des perioperativen Risikos einhergehend mit der Möglichkeit des klinischen neurologischen Monitorings wird die operative Carotisdesobliteration in einzelnen Zentren zunehmend in Lokalanästhesie durchgeführt. Bei dieser Technik sind infiltrationsbedingte temporäre ipsilaterale Stimmlippenparesen beschrieben, was im Falle einer vorbestehenden kontralateralen Parese von klinischer Bedeutung sein kann. Unsere Untersuchung ging der Frage der Nervenfunktionsänderung unter lokaler Anästhesie während der Operation und den sich daraus ergebenden Konsequenzen nach.

Material und Methoden: 25 in unserer Klinik wegen einer extrakraniellen Stenose der A. carotis interna in Lokalanästhesie operierte Patienten wurden in die prospektive Untersuchung eingeschlossen. Eine Stimmlippenfunktion wurde mittels flexibler Videolaryngoskopie prä-, intra- und postoperativ überprüft. Die Analgesie erfolgte als Infiltrationsanästhesie mittels einer Mischung aus einem lang- (Bupivacain, 1%) und einem kurzzeitig (Xylocain 1%) wirksamen Anäshtetikum. Injiziert wurden zwischen 20 und 40 ml. Eine Nachinjektion erfolgte nur auf Patientenwunsch.

Ergebnisse: Eine Konversion war in zwei Fällen notwendig. Von den 23 in die Auswertung einbezogenen Patienten wiesen 10 (44%) eine intraoperative Recurrensparese auf, die in allen Fällen temporär war. Eine Konversion war in keinem dieser Fälle erforderlich. Bei zwei Patienten konnte eine ebenfalls temporäre Hypoglossusparese diagnostiziert werden. Die Op-Dauer betrug im Median 85 Minuten.

Schlussfolgerung: Eine lokale Anästhesie führt in 44% zu einem temporären ipsilateralen Stimmlippenstillstand. Da eine vorbestehende kontralaterale Recurrensparese selten, aber in relevanter Häufigkeit vorliegt (bis zu 4%), sollte bei Patienten vor geplanter Desobliteration in Lokalanästhesie eine kontralaterale Recurrensparese ausgeschlossen werden, um die Gefahr einer intraoperativen beidseitigen Parese zu vermeiden. In solchen Fällen wäre die Durchführung des Eingriffes in ITN zu erwägen.