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124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

01. - 04.05.2007, München

Histon-Modifikationen als möglicher prädiktiver Marker des malignen organischen Hyperinsulinismus

Meeting Abstract

  • corresponding author A. Raffel - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf
  • C.F. Eisenberger - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf
  • M. Krausch - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf
  • A. Wolf - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf
  • K. Cupisti - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf
  • S.B. Hosch - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf
  • W.T. Knoefel - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf
  • N.H. Stoecklein - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 01.-04.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgch6733

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2007/07dgch170.shtml

Veröffentlicht: 1. Oktober 2007

© 2007 Raffel et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Insulinome machen die größte Gruppe der endokrinen Pankreastumoren aus. Outcome und malignes Potential von Insulinomen kann nicht allein durch histopathologische Kriterien gestellt werden. Etablierung neuer Malignitätsmarker und damit verbunden die Implikation neuer Therapieansätze sind eine Herausforderung für den Kliniker und Pathologen. Der Einfluss von Histon-Modifikationen im organischem Hyperinsulinismus ist bislang unbekannt.

Material und Methoden: 7 Patienten mit einem benignen und 8 Patienten mit einem malignen Tumor wurden für die Studie ausgewählt. Insulinome wurden nur bei Nachweis von Metastasen als maligne gewertet. Mittels der Avidin-Biotin-Methode erfolgte die immunhistochemische Anfärbung (Vectastain ABC KiT; Peroxidase Rabbit IgG) mit den polyclonalen Histon-Antikörpern (Abcam, Cambridge, UK) H3K4diMe, H3K9Ac und H3K18Ac. Die Expressionsmuster von H3K4diMe, H3K9Ac und H3K18Ac im azinären Pankreas, b-Zellen, benignen und malignen Insulinomen, LK- und Lebermetastasen wurden analysiert und statistisch auf Zusammenhänge zu histopathologischen und klinischen Parametern hin verglichen.

Ergebnisse: Auf Grund des unterschiedlichen Acetylierungs- bzw. Deacetylierungsstatus der Tumoren sind die Antikörper unterschiedlich stark exprimiert. Die größten Unterschiede finden sich für H3K9Ac. Das Acetylierungsverhalten zwischen den benignen und malignen Insulinomen (+Metastasen) zeigt signifikante Unterschiede (p<0,019). H3K18Ac weist eine vergleichbare Acetylierung für die beta-Zellen und benignen Tumore (97%) auf, wohingegen maligne Insulinome und ihre Metastasen signifikant deacetyliert erscheinen (p<0,013). Das dimetyhlierte H3K18 zeigt keine signifikanten Unterschied von den β-Zellen zu den benignen bzw. malignen Insulinomen.

Schlussfolgerung: Es finden sich hoch signifikante Unterschiede im Histon-Modifikationsmuster von benignen zu den malignen Insulinomen, sowie den Metastasen. Mittels H3K9Ac lässt sich eine benigne Tumorzuordnung und mittels H3K18Ac eine maligne Tumorzuordnung machen. Die unterschiedlichen Modifikationen der Histone H3K9Ac and H3K18Ac scheinen ein prädiktiver Marker des Tumorverhaltens von Insulinomen zu sein.