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124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

01. - 04.05.2007, München

Ergebnisse chirurgischer Therapie endokriner Pankreastumoren: 20 Jahre Erfahrung eines Zentrums

Meeting Abstract

  • corresponding author B.M. Ghadimi - Klinik für Allgemeinchirurgie, Universitätsklinikum Göttingen
  • A. Goralczyk - Klinik für Allgemeinchirurgie, Universitätsklinikum Göttingen
  • S. Ullrich - Klinik für Allgemeinchirurgie, Universitätsklinikum Göttingen
  • T. Lorf - Klinik für Allgemeinchirurgie, Universitätsklinikum Göttingen
  • M. Hüfner - Abteilung für Gastroenterologie und Endokrinologie, Universitätsklinikum Göttingen
  • H. Schwörer - Abteilung für Gastroenterologie und Endokrinologie, Universitätsklinikum Göttingen
  • H.-J. Peiper - Klinik für Allgemeinchirurgie, Universitätsklinikum Göttingen
  • H. Becker - Klinik für Allgemeinchirurgie, Universitätsklinikum Göttingen

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 01.-04.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgch7787

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2007/07dgch168.shtml

Veröffentlicht: 1. Oktober 2007

© 2007 Ghadimi et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Endokrine Pankreastumoren sind seltene Tumoren, histologisch heterogen und verursachen ganz unterschiedliche klinische Symptome. Diese Tumorentitäten werden vornehmlich in erfahrenen Chirurgischen Zentren behandelt.

Material und Methoden: In einem Zeitraum von 20 Jahren wurden alle Patienten mit endokrinen Pankreastumoren, die einer chirurgischen Therapie zugeführt worden waren, erfasst und retrospektiv ausgewertet. Die aktuelle Capella-Klassifikation wurde herangezogen, um Aussagen über die Prognose zu erlauben.

Ergebnisse: Insgesamt kamen 49 Patienten zur Auswertung. Die Geschlechterverteilung war mit 29 Frauen und 20 Männern in etwa ausgeglichen. Die Mehrzahl der Tumoren waren Insulinome (21 Tumore bei 20 Patienten) und mit absteigender Frequenz nicht funktionelle neuroendokrine Tumoren (n=12), Karzinoide (n=5, histologisch nicht weiter klassifiziert), Vipome (n=4), Glukagonome (n=3), Gastrinome (n=2) und Somatostatinome (n=1). Die häufigste unilokuläre Lokalisation war der Pankreaskopf mit 21 von 49 Tumoren, der Pankreasschwanz mit 15 und der Korpus mit 6 Tumoren. In 7 Fällen fanden sich multilokuläre Tumoren, am häufigsten im Pankreaskorpus/schwanz Bereich (n=5). Die präoperative Diagnostik beinhaltete in 45 von 49 Fällen ein CT sowie bei 32 Patienten eine Sonographie. Bei 9 der 20 Patienten mit einem Insulinom war eine intraoperative Sonographie zur Detektion des Tumors notwendig. Bei dieser Vorgehensweise war nur in einem Fall die Operation ohne den Nachweis eines Insulinoms erfolgt.Die chirurgischen Verfahren für das Gesamtkollektiv umfassten in 17 Fällen Enukleationen, 16 Pankreaslinksresektionen, 4 Operationen nach Kausch/Whipple und in den letzten 10 Jahren die Pyloruserhaltende Pankreaskopfresektion nach Longmire/Traverso bei 5 Patienten. In den verbliebenden Patienten wurden in aller Regel palliative Eingriffe wie reine Explorative Laparotomien, Choledochojejunostomie und Gastroenteroanastomosen durchgeführt. Bei 20 von 49 Patienten traten keinerlei postoperative Komplikationen auf. Bei 7 Patienten wurde eine passagere Pankreasfistel, bei 7 Patienten ein intraabdominaler Abszess, 2x eine Gallefistel, 1x eine Nachblutung, 1x ein Biliom, 2x eine Pneumonie und 1x ein Multiorganversagen auf. Es verstarb kein Patient postoperativ. Die schlechteste Prognose hatten Patienten mit einem malignen endokrinen Karzinom, die besten Patienten mit einem Insulinom.Die Capella-Klassifikation ergab auch in diesem Patientenkollektiv eine klare Korrelation zur Prognose der Patienten.

Schlussfolgerung: Patienten mit endokrinen Pankreastumoren stellen ein heterogenes Patientengut dar, welches diagnostisch und insbesondere chirurgisch sehr anspruchsvoll ist. Patienten mit einem vermuteteten endokrinen Pankreastumor sollten daher in Zentren mit entsprechender Erfahrung behandelt werden. Die Capella-Klassifikation hat auch in diesem Kollektiv ihre Gültigkeit.