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124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

01. - 04.05.2007, München

Harnröhrenläsion nach abdomino-perinealer Rektumexstirpation: Welche Rekonstruktion?

Meeting Abstract

  • corresponding author A.J. Koscielny - Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie der Universität Bonn, Bonn, Deutschland
  • M. Kaminski - Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie der Universität Bonn, Bonn, Deutschland
  • S.C. Müller - Klinik und Poliklinik für Urologie der Universität Bonn, Bonn, Deutschland
  • A. Hirner - Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie der Universität Bonn, Bonn, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 01.-04.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgch7563

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2007/07dgch137.shtml

Veröffentlicht: 1. Oktober 2007

© 2007 Koscielny et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Eine seltene Komplikation der Rektumexstirpation ist die Verletzung der prostatischen Harnröhre. Eine primäre Rekonstruktion ist schwierig, die Entwicklung einer urethro-perinealen Fistel oft unvermeidlich – eine absolut inakzeptable Situation. Anhand zweier Fallbeispiele soll eine rationale und sichere Versorgung dieser Verletzung vorgestellt werden.

Material und Methoden: Erster Fall: 62jähriger Patient nach neo-adjuvanter Chemotherapie und postoperativem Rektumkarzinomstadium pT3, pN1, G3. Zweiter Fall: 49jähriger Patient mit einem Rektumkarzinomstadium pT3, pN2, G1-2. Bei beiden Patienten wurde eine abdomino-perineale Rektumexstirpation mit offener Heilung der perinealen Wunde durchgeführt. Nach Entfernung des transurethralen Katheters Urinleckage über die perineale Wunde ca. um den 8. postoperativen Tag diagnostiziert.

Ergebnisse: Zunächst wurde über einen Führungsdraht ein transurethraler Katheter eingelegt, um den Urin von der perinealen Wunde fernzuhalten. Anschließend erfolgte die Rekonstruktion der Harnröhre durch Naht des transponierten M. gracilis an die Defektränder der Urethra. In beiden Fällen kam es zu einem sicheren Verschluß der Läsion ohne Striktur oder Leckage und zur kompletten Abheilung der perinealen Wundhöhle sowie guter intraurethraler Reepithelisierung des Defektes. In der Literatur gibt es nur Einzelfallbeschreibungen mit unterschiedlichen Behandlungsvorgaben. Eine spontane Abheilung der Fistel ist kaum zu erwarten. Die alternative supravesikale Harnableitung ist mit einer eingeschränkten Lebensqualität des Patienten verbunden.

Schlussfolgerung: Hier erfolgt die Erstbeschreibung der Deckung von Urethraläsionen nach abdomino-perinealer Rektumexstirpation durch Transposition eines gestielten M. gracilis mit sehr gutem Ergebnis. Vorteil ist die Kombination der sicheren Harnröhrenrekonstruktion mit dem Prinzip der biologischen Plombe des Perineums. Daher sollte immer eine primäre Rekonstruktion, auch durch plastisch-chirurgische Maßnahmen, angestrebt werden, deren Voraussetzung die enge Kooperation von Chirurgie und Urologie ist.