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124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

01. - 04.05.2007, München

Chirurgische Forschung und Publikationen in Deutschland – eine Analyse von 1984-2004

Meeting Abstract

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  • corresponding author H. Matthaei - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, Universitätsklinikum Düsseldorf
  • W.T. Knoefel - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, Universitätsklinikum Düsseldorf
  • M. Peiper - Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, Universitätsklinikum Düsseldorf

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 01.-04.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgch7214

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2007/07dgch132.shtml

Veröffentlicht: 1. Oktober 2007

© 2007 Matthaei et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Publikationen sind für den Chirurgen Ausdruck seiner wissenschaftlichen Betätigung. Ziel unserer Untersuchung war es herauszufinden, ob sich die publikatorische Tätigkeit deutscher Allgemeinchirurgen in den Jahren 1984-2004 in einer Auswahl deutscher und internationaler Zeitschriften verändert hat. Zudem untersuchten wir die Entwicklung von Impakt-Faktor und Drittmittelförderung chirurgischer Studien.

Material und Methoden: Eine Auswahl deutscher (Der Chirurg, Langenbecks Archiv für Chirurgie und Zentralblatt für Chirurgie) und internationaler (Surgery, Annals of Surgery und Archives of Surgery) chirurgischer Zeitschriften sowie vier Journals der Krebsforschung (Cancer, International Journal of Cancer, Cancer Research und European Journal of Cancer) wurden auf Artikel von Deutschen Chirurgen hin untersucht. Von allen Artikeln aus 1984 und 2004 wurden Daten wie Artikelzahl und -art (Originalarbeit, Case etc.) sowie, falls angegeben, die Förderung erhoben.Anhand des Science Citation Index wurde der Impakt Faktor (IF) ermittelt.

Ergebnisse: Naturgemäß war 2004 wie auch zuvor der Anteil der Publikationen deutscher Chirurgen in den deutschen chirurgischen Zeitschriften am größten (bis 71% in „Der Chirurg“). Zudem beobachteten wir eine Zunahme der Artikel deutscher Chirurgen in internationalen, insbesondere US-amerikanischen Zeitschriften. Während 1984 nur vereinzelt Deutsche in diesen Journalen publizierten, so stieg deren Zahl im Berichtszeitraum in allen Journals an (bis auf 4% in „Annals of Surgery“). Ähnlich verhielt sich auch die Publikationshäufigkeit in Zeitschriften der Krebsforschung. Während 1984 in den hier vorgestellten Zeitschriften nicht ein Artikel deutscher Chirurgen gedruckt wurde, so waren eine Dekade später schon 17 Beiträge zu finden.Die Analyse der durch Drittmittel geförderten Arbeiten zeigte, dass dieses 1984 nur für 0,02% der in den oben genannten Journalen der Fall war, meist durch die DFG. In den letzten Jahren haben sich die Fördermöglichkeiten und damit auch die Zahl der geförderten Studien vervielfacht.Der IF aller chirurgischen Zeitschriften hat sich im Berichtszeitraum deutlich gesteigert (um bis zu 315% in „Langenbecks Archiv für Chirurgie“). Der absolute Wert der englischsprachigen Zeitschriften lag jedoch auch 2004 deutlich über dem der deutschsprachigen Journals. Anhand von Graphiken und Tabellen werden in unserer Präsentation die Ergebnisse ausführlich dargestellt.

Schlussfolgerung: Die Veröffentlichung in der Medizin hat seit je her eine enorme Bedeutung. Sie dient nicht nur der Verbreitung eigener Erkenntnisse, sondern ist darüber hinaus Forum der kritischen Auseinandersetzung. War früher die mehr klinisch orientierte Forschung bevorzugt und auch gefragt, so sind heute wissenschaftlich tätige Chirurgen auch mit Labortechniken (wie z. B. Immunhistochemie, Microarray etc.) oft bestens vertraut. Sowohl in Ihrer eigenen Fachdisziplin, als auch in der interdisziplinären Forschung können sich deutsche Chirurgen publikatorisch behaupten und Ihren Einfluß sogar vergrößern. In Zusammenhang mit der positiven Entwicklung des Impakt Faktors einschlägiger Chirurgischer Journals kann dies als Zeichen der Vitalität und des Erfolgs der chirurgischen Forschung am Anfang dieses Jahrtausends angesehen werden.