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124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

01. - 04.05.2007, München

Tumorimmunologie des Colonkarzinoms im CT-26 Modell der Maus: „immune escape“ Mechanismen

Meeting Abstract

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  • corresponding author D. Bausch - Allgemein- und Viszeralchirurgie, Uniklinik Freiburg
  • P. Baier - Allgemein- und Viszeralchirurgie, Uniklinik Freiburg
  • U.T. Hopt - Allgemein- und Viszeralchirurgie, Uniklinik Freiburg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 01.-04.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgch7128

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2007/07dgch077.shtml

Veröffentlicht: 1. Oktober 2007

© 2007 Bausch et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Neben der chirurgischen Therapie colorektaler Karzinome ist die adjuvante Chemotherapie eine weitere wesentliche Säule der Therapie. Ein vielversprechender Therapieansatz ist die Tumorvakzinierung, deren Nutzen sowohl experimentell als auch in klinischen Studien nachgewiesen werden konnte. Ursächlich für den Therapieerfolg ist eine Aktivierung der zellulären Immunabwehr. Die humorale Immunanwort spielt hierbei nur eine untergeordnete Rolle.In allen bisherigen Studien konnte allerdings kein vollständiger Therapierfolg festgestellt werden Die immune-escape Mechanismen des Tumors, welche durch die Immunaktivierung einem zusätzlichen Selektionsdruck ausgesetzt werden, sind hierfür verantwortlich. Derzeit ist eine Anzahl endogener immune-escape Mechanismen bekannt.Um ein besseres Ansprechen zu erzielen, ist das Verständnis der immune escape Mechanismen des Tumors essentiell. Diese wurden am CT-26 Colon-Karzinom Modell der Maus untersucht.

Material und Methoden: CT-26 Colon-Karzinom Modell der Maus: 1) Es wurden balb/c-Mäuse und CT-26-Kolonkarzinomzellen verwendet. Eine Impfgruppe wurde zweimalig im Abstand von 7 Tagen mit 1x106 bestrahlten CT-26 Zellen s.c. geimpft. 7 Tage nach der 2. Impfung wurden 4x106 CT-26 Zellen intraperitoneal injiziert. Der Kontrollgruppe wurden 4x106 CT-26 Zellen intraperitoneal injiziert. Nach 21 Tagen wurden beide Gruppen euthanasiert und Tumorproben entnommen und mittels 2D-Gelelektrophorese verglichen. Diese erfolgte mittels des Ettan DIGE® Systems (Amersham Biosciences). Die Unterschiede der Proteinexpressionsmuster wurden miteinander verglichen und statistisch ausgewertet. Proteine, die sich signifikant unterschieden (p<0,001) wurden mittels MALDI-TOF identifiziert. 2) In weiteren Versuchsgruppen (n=5/Gruppe) wurden jeweils nach verabfolgter Immunisierung vor der Tumorinjektion CD4+-, CD8+- und NK1-Zellen mittels intraperitonealer Antikörperinjektion depletiert. Nach 21 Tagen wurden alle Gruppen euthanasiert, die Zahl der Tiere mit Tumor ermittelt und die Depletierung der o.g. Zellinien mittels FACS verifiziert.

Ergebnisse: 100% der Kontrollgruppe entwickelte eine Peritonealkarzinose (n=25). Nach Impfung wurde in 14,7% Tumor nachgewiesen (n=34). In der 2D-Gelektrophorese konnten je 1958 Proteine nachgewiesen werden. 25 Proteine wiesen signifikante Unterschiede (p<0,001) in ihrer Expression auf (0,01 %). Die MALDI-TOF Analyse ergab neben Enzymen des Glukosestoffwechsels, welche in den Proben aus geimpften Tieren hochreguliert waren, die Überexpression von Hdgfrp2 (hepatoma-derived groweth factor related protein 2), sowie eine verminderte Expression von Hspa4l (heat shock protein 4 like protein).100% der Kontrollgruppe, 100 % der CD8+- und 100% der NK1- depletierten Tiere (je n=5) entwickelte eine Peritonealkarzinose. CD4+- depletierte Tiere entwickelten zu 20% Tumor (n=5).

Schlussfolgerung: Das Tierexperiment zeigte ein ausgeprägtes Ansprechen des Tumors auf die vorherige Immunisierung. Die Depletierung einzelner Zelllinien ergab als Ursache die Aktivierung der zellulären Immunität. Mittels 2D-Gelektrophorese konnte eine molekulare Basis dieses Effekts auf Proteomebene nachgewiesen werden. Die dem durch Impfung aktivierten Immunsystem wiederstehenden Tumorzellen exprimieren vermindert Hspa4l, dessen Überexpression immunogen wirkt. Desweiteren wird vermehrt Hdgfrp2 exprimiert, ein Hinweis auf eine Zelldedifferenzierung. Zur Verbesserung der Impfergebnisse soll nun zunächst versucht werden, die zelluläre Immunabwehr vermehrt durch Hspa4l als Additiv zum Impfkonjugat zu stimulieren, um das Abnsprechen auf die Impfung zu verbessern.