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124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

01. - 04.05.2007, München

Die Sphinkteropexie als Therapie der Defäkationsstörung infolge Sphinkterdysplasie – Analyse der Resultate von 70 Fällen

Meeting Abstract

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  • G. Szöllösy - Chirurgische Klinik, Stadtspital Waid Zürich
  • P. Buchmann - Chirurgische Klinik, Stadtspital Waid Zürich

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 124. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 01.-04.05.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2007. Doc07dgch6969

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2007/07dgch044.shtml

Veröffentlicht: 1. Oktober 2007

© 2007 Szöllösy et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die anale Sphinkterdysplasie (ASDP) ist eine Anlagestörung der Fixation des Sphinkterapparates an das Coccygs. Der Sphinkter ist nach ventral disloziert. Bei der Defäkation kann der anorektale Winkel nicht gestreckt werden. Die Sphinkteropexie näht den Sphinkterapparat beidseits an die Lig. sakrotuberalia.Ziel der Studie: Erfassen des Outcome sowie quantifizieren der Symptomkontrolle in einem Defäkations-Score. Identifizieren von Risikofaktoren für negativen Outcome.

Material und Methoden: Telefon-Umfrage im Jahr 2004 von 70 Fällen, die zwischen 1992 und 2004 von demselben Operateur behandelt wurden. Erfragen der Operationszufriedenheit, Stuhlgewohnheiten prä- und postoperativ und weiterer Symptome und Operationen. Präoperative Diagnostik, Komorbiditäten und Voroperationen aus den Akten. Die Obstipations-Symptome wurden übereinstimmend mit den Rom II Kriterien in einem Score von 0 – 12 (12 = Maximum) quantifiziert. Die Statistik beinhaltete standardisierte parametrische (T-Test, ANOVA, General Linear Model) und nicht parametrische (Wilcoxon H, Kruskall Wallis, Chi2) Tests, sowie nominale Regression zur Identifikation von Risikofaktoren. Patienten: 64 Frauen, 3 Männer, 3 Rezidiv-Operationen. Durchschnittsalter 44.7 Jahre (16 – 76). 42 Pat. (64%) mit Symptomen seit der Kindheit, 3 (5%) seit der Geburt eigener Kinder und 13 (20%) hatten einen auslösenden Faktor (Operation, Unfall etc.). 26 Pat. (43%) mit positiver Familienanamnese. 53 Pat. (76%) hatten Komorbiditäten im Verdauungstrakt. 30 Pat. (45%) hatten vorhergehende kolorektale, anale oder vaginale Operationen. 22 Pat. (31%) hatten sowohl prä- als auch postoperativ eine Analphysiologie mit 50 ml Ballonexpulsion.

Ergebnisse: 57% der Pat. sind mit der Operation zufrieden (Gruppe „gut“), 13% spüren eine Besserung nach der Operation (Gruppe „genügend“) und 30% sind unzufrieden (Gruppe „schlecht“). Der Score präoperativ ist zwischen diesen Gruppen gleich (ANOVA p=0.3). Der Median des Score sinkt in der Gruppe „gut“ von 7.2 auf 2,45; „genügend“ von 8.22 auf 5.11 und „schlecht“ von 8,05 auf 7,25; (GLM p<0,001), keine Verschlechterung des Score. Keine schweren Komplikationen; 7 (10%) Wundinfektionen (1 Reoperation infolge Infekts), 2 (3%) Inkontinenzen I°, eine spontan regredient. Positive Ballonexpulsion nach Gruppen (präoperativ / postoperativ): „gut“ (n=13) 0/10; „genügend“ (n=3) 1/3; „schlecht“ (n=6) 2/4. Keine Änderung im Sphinkterdruck bei 14 ausgemessenen Pat. Risikofaktoren: Hinweise in der univariaten Analyse, dass Alter > 50 Jahre ein Risikofaktor ist, in der Regressionsanalyse nicht bestätigt. Keine weiteren Risikofaktoren identifizierbar.

Schlussfolgerung: Die Sphinkteropexie ist eine komplikationsarme und wenig belastende Operation, die in mehr als 2/3 aller Fälle zu einer dauerhaften Besserung der Entleerungsstörung infolge ASDP führt, eine Verschlechterung findet nicht statt. Der Obstipations-Score korreliert gut mit der Patientenzufriedenheit. Die Ballonexpulsion dient als guter Verlaufsparameter. In Zukunft sollte der Score validiert und eine Prävalenz-Untersuchung am MRT gemacht werden.