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123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

02. bis 05.05.2006, Berlin

Vergleich der Morbidität zwischen der alleinigen Sentinel Lymphknoten (SN) Biopsie versus SN + axilläre Lymphknotendissektion beim Mammakarzinom: Eine prospektive Schweizerische Multizenterstudie an 659 Patientinnen

Meeting Abstract

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  • corresponding author I. Langer - Schweizerische Multizenterstudie Sentinel Lymphknoten beim Mammakarzinom
  • O.R. Köchli - Schweizerische Multizenterstudie Sentinel Lymphknoten beim Mammakarzinom
  • G. Berclaz - Schweizerische Multizenterstudie Sentinel Lymphknoten beim Mammakarzinom
  • M. Zuber - Schweizerische Multizenterstudie Sentinel Lymphknoten beim Mammakarzinom

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 02.-05.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgch4856

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2006/06dgch657.shtml

Veröffentlicht: 2. Mai 2006

© 2006 Langer et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die axilläre Lymphknotendissektion (ALND) Level I und II beim Mammakarzinom ist mit einer beträchtlichen Früh- und Langzeit-Morbidität verbunden. Der Anteil nodal-positiver Mammakarzinom-Patientinnen ist in den letzten Jahren konstant rückläufig, womit die Mehrzahl dieser Fälle von einer regelhaft durchgeführten ALND Level I und II nicht profitiert. Das SN Verfahren hat bewiesen, dass es den axillären Lymphknotenstatus korrekt reflektiert. Ein Ziel dieser Studie war es, die postoperative Morbidität bei Patientinnen mit alleiniger SN Biopsie versus SN Biopsie mit nachfolgender ALND Level I und II zu untersuchen. Die Hypothese war, dass Patientinnen nach alleinigem SN Verfahren statistisch signifikant weniger Morbidität aufweisen.

Material und Methoden: In dieser prospektiven Multizenterstudie wurden 659 Patientinnen mit einem Mammakarzinom (Stadium pT1 und pT2 ≤ 3 cm, cN0) zwischen Januar 2000 und Dezember 2003 eingeschlossen. Alle 13 beteiligten Zentren hatten das SN Verfahren erfolgreich validiert und wiesen eine Identifikationsrate sowie einen negativen prädiktiven Wert von mindestens 95% nach. An allen Patientinnen wurde eine SN Biopsie durchgeführt. In allen Fällen mit Vorliegen einer SN Makrometastase und in den meisten Fällen mit SN Mikrometastasen (43/68) oder isolierten Tumorzellen (11/19) wurde eine konventionelle ALND durchgeführt. Verschiedene Morbiditäts-Parameter wurden mit Hilfe eines standardisierten Protokolls erfasst.

Ergebnisse: Die alleinige SN Biopsie wurde bei 449 Patientinnen vorgenommen, währenddem 210 Patientinnen eine zusätzliche ALND erhielten. Der mediane Follow-up betrug 32.2 resp. 29.9 Monate für die SN und ALND Gruppe. Die folgenden Parameter wurden in der SN versus ALND Gruppe analysiert: Lymphödem (3.5% vs. 19.1%), Narbenprobleme (5.3% vs. 14.7%), eingeschränkte Schulterbeweglichkeit (3.5% vs. 11.3%), chronische Schulter-Armschmerzen (8.1% vs. 21.1%) und Hypästhesie am Oberarm (10.9% vs. 37.7%) wurden gemessen. Eine postoperative Morbidität, inklusive Lymphödem, wurde in beiden Gruppen beobachtet, aber signifikant weniger häufig in der Gruppe nach alleiniger SN Biopsie verglichen mit der ALND Gruppe. Alle Unterschiede waren statistisch hoch signifikant (p-Werte <0.0001). Keine Unterschiede fanden sich zwischen den beteiligten universitären und nicht-universitären Zentren.

Schlussfolgerung: Die Morbidität nach alleiniger SN Biopsie ist nicht vernachlässigbar. Das SN Verfahren ist aber mit signifikant weniger Morbidität verbunden verglichen mit der ALND Level I und II. Das SN Verfahren kann sicher und zuverlässig auch ausserhalb universitärer Zentren nach entsprechender Validierung durchgeführt werden.