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123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

02. bis 05.05.2006, Berlin

Die videoassistierte Thymektomie bei Myasthenia gravis

Meeting Abstract

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  • E. Hecker - Klinik für Thoraxchirurgie, Klinikum Bremen-Ost gGmbH, Bremen
  • corresponding author K. Welcker - Klinik für Thoraxchirurgie, Klinikum Bremen-Ost gGmbH, Bremen
  • B. Schlolaut - Klinik für Thoraxchirurgie, Klinikum Bremen-Ost gGmbH, Bremen
  • F. Schumm - Klinik für Thoraxchirurgie, Klinikum Bremen-Ost gGmbH, Bremen

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 02.-05.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgch4495

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2006/06dgch637.shtml

Veröffentlicht: 2. Mai 2006

© 2006 Hecker et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die Thymektomie ist eine effektive und radikale therapeutische Maßnahme zur Behandlung der Myasthenia gravis. Übliche chirurgische Zugangswege sind entweder der transzervicale Zugang oder die mediane Sternotomie. Die Exzision des Thymusgewebes durch videoassistierte Thorakoskopie (VATS) dagegen ist schonender und führt zu einer schnelleren Erholung der Patienten. Ziel der vorliegenden Studie war es, Nutzen und Outcome der VATS Thymektomie bei Myasthenia gravis in einem auf minimalinvasive thoraxchirurgische Techniken spezialisiertem Zentrum zu evaluieren.

Material und Methoden: In den letzten 2 Jahren wurden 41 videoassistierte Thymektomien bei Patienten mit Myasthenia gravis in unserem Klinik durchgeführt. 29 Frauen und 12 Männer mit einem Durchschnittsalter von 36,6 Jahren (18 – 55 Jahre) wurden eingeschlossen. Alle Thorakoskopien wurden linksseitig durchgeführt, mit einer mittleren Operationszeit von 99 Minuten (72-122 min).

Ergebnisse: Alle Operationen konnten erfolgreich beendet werden. In einem Fall musste wegen intraoperativer Blutung die Operation durch medianer Sternotomie offen weitergeführt werden. Eine postoperative Nachbeatmung war in keinem Fall nötig. Kein Patient musste länger als 24 Stunden auf der Intensivstation postoperativ überwacht werden. Keine chirurgischen Reinterventionen mussten durchgeführt werden. Die 30 Tage Letalität lag bei Null. Die mittlere stationäre Verweildauer betrug 6,2 Tagen (5-9 d). Das postoperative klinische Ergebnis war in 25 Fällen sehr gut (keine weitere medikamentöse Therapie notwendig), in 10 Fällen gut (die Medikamentendosis konnte reduziert werden) und in 6 Fällen unzureichend (keine Änderung der Beschwerden zu prä OP).

Schlussfolgerung: Bei der Behandlung der Myasthenia gravis ist die videoassistierte thorakoskopische Thymektomie eine effektive und schonende Operationstechnik. Zusätzlich bietet diese eine exzellente intraoperative Übersicht und somit mehr operative Sicherheit. Wir empfehlen die videoassistierte Thymektomie in allen Fällen von Myasthenia gravis ohne Thymome oder paraneoplastische Myasthenie.