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123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

02. bis 05.05.2006, Berlin

Die laparoskopische, milzerhaltende Pankreasschwanzresektion beim Insulinom

Meeting Abstract

  • corresponding author M. Durband - Klinik für Chirurgie, Kantonsspital Aarau, Aarau, Schweiz
  • G. Basilicata - Klinik für Chirurgie, Kantonsspital Aarau, Aarau, Schweiz
  • J. Wydler - Klinik für Chirurgie, Kantonsspital Aarau, Aarau, Schweiz
  • R. Schlumpf - Klinik für Chirurgie, Kantonsspital Aarau, Aarau, Schweiz

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 02.-05.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgch5745

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2006/06dgch589.shtml

Veröffentlicht: 2. Mai 2006

© 2006 Durband et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Das Insulinom ist der häufigste neuroendokrine Tumor des Pankreas. Etwa 95% aller Insulinome sind gutartig und in allen Abschnitten des Pankreas anzutreffen.

Material und Methoden: Bei dieser 39-jährigen Patientin bestand eine einjährige Anamnese mit morgendlichen Episoden von ausgeprägter Müdigkeit sowie Heisshungerattacken mit ungewollter Gewichtszunahme. Anlässlich einer notfallmässigen Hospitalisation fand sich ein Blutzuckerwert von 1.6mmol/l. Die weiteren Abklärungen mittels Fastentest und Calciumstimulationstest ergaben den Verdacht auf ein Insulinom. In der Computertomographie des Abdomens findet sich eine kleine Verkalkung im Pankreasschwanzbereich. Die Endosonographie zeigt einen 1cm grossen Befund im Pankreasschwanz. Bei der laparoskopischen Pankreasschwanzresektion wurde zunächst, unter Erhaltung der A. gastroepiploica, das Lig. gastrocolicum in den linken 2/3 durchtrennt. Der Magen wurde mit 2 perkutanen Haltefäden gegen die Bauchwand hochgehalten. Bei ventral freiliegendem Pankreaskorpus und Pankreasschwanz erfolgte die intraoperative Sonographie in welcher man den Tumor lokalisieren und mit einem Klipp markieren konnte. Bei vollständig intrapankreatisch liegendem Tumor konnte eine Tumorenukleation nicht in Erwägung gezogen werden. Der Pankreasunterrand wurde dargestellt und stufenweise mobilisiert. Identifikation der V. lienalis und Eingehen zwischen Vene und Pankreasparenchym. Freipräparieren der A. lienalis und Anschlingen des Pankreas welches anschliessend mit dem Stapler durchtrennt wird. Anschliessend weitere Ablösung des Pankreasschwanzes unter Erhaltung der Milzgefäße. Die intraoperative Schnellschnittuntersuchung bestätigte den Befund.

Ergebnisse: Der postoperative Verlauf gestaltete sich komplikationslos. Die Patientin erholte sich rasch und konnte am 9. postoperativen Tag beschwerdefrei nach Hause entlassen werden.

Schlussfolgerung: Die laparoskopische milzerhaltende Pankreasschwanzresektion beim Insulinom ist mit sicherer intraoperativer Lokalisation eine gute Option. Die Exposition des Operationssitus ist sehr übersichtlich, so daß gefäßschonend vorgegangen werden kann. Die Lokalisation des Tumors ist mit der laparoskopischen Sonographie sehr präzise, kann jedoch die direkte Palpation durch den Chirurgen nicht ersetzen. Das vorliegende, didaktisch wertvolle Video zeigt in wenigen Minuten die wichtigsten Schritte der Operation vom Zugang über die Präparation bis zur Organentnahme. Abbildung 1 [Abb. 1].