gms | German Medical Science

123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

02. bis 05.05.2006, Berlin

Obesity Academy Frankfurt e.V. – Ein Multicenter-Konzept zur Behandlung der morbiden Adipositas

Meeting Abstract

  • S. Weiner - Krankenhaus Sachsenhausen, Frankfurt, Deutschland
  • corresponding author R.A. Weiner - Krankenhaus Sachsenhausen, Frankfurt, Deutschland
  • R. Matkowitz - Chirurgische Praxis am Dornbusch, Frankfurt, Deutschland
  • R. Blanco-Engert - Chirurgische Praxis am Dornbusch, Frankfurt, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 02.-05.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgch4508

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2006/06dgch553.shtml

Veröffentlicht: 2. Mai 2006

© 2006 Weiner et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung: Die interdiziplinäre Therapie und Prävention der morbiden Adipositas ist in den letzten Jahren immer dringlicher geworden in Anbetracht der steigenden Prävalenz dieser Erkrankung. Auch die internationalen Gesellschaften fordern verstärkt die interdisziplinären Zusammenarbeit. Besonders wichtig wird dieser Ansatz bei der Betreuung von Patienten nach bariatrischen Eingriffen.

Material und Methoden: 2 Chirurgische Zentren, 1 Ernährungsberaterin, 1 Internist, 1 Psychologe, 1 Rechtsanwalt und 1 Finanzberaterin schlossen sich 2002 zusammen, um ein Kooperationsmodell zu entwickeln, um gemeinsam Therapie und Nachsorge für Patienten zukoordinieren, Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit zu entwickeln. Es wurde eine Homepage und eine Broschüre mit Informationen gestaltet, ein 0800-Nr.-Service etabliert und andere Zentren zur Kooperation animiert. Ebenfalls wurde ein Adipositas-Pass zur besseren Dokumentation des Follow-up entwickelt.

Ergebnisse: Nach zwei Jahren konnte ein Netzwerk in Deutschland etabliert werden, welches den Patienten individuelle Betreuung unabhängig von ihrem Wohnort anbieten kann. 11 Klinken, Plastische Chirurgen, Ernährungsmediziner, Diätassistenten, Internisten, Psychologen und andere Fachrichtungen arbeiten nunmehr deutschlandweit Hand in Hand. Patientenveranstaltungen werden in enger Kooperation mit Patienten-Selbsthilfegruppen durchgeführt, mehre Pressekonferenzen veranstaltet.

Schlussfolgerung: Die interdisziplinäre Netzwerkbildung zur effektiven Behandlung, aber auch vor allem Prävention der Erkrankung Adipositas sind in der Zukunft unabdingliche Vorraussetzungen für die ganzheitliche Therapie dieser Erkrankung. Die Entwicklung von anerkannten Standards sollte einer der Hauptaufgaben dieser Netzwerke sein. Die Etablierung gestaltet sich zwar als schwierig und bedarf viel zeitlichen Aufwand, kann aber entscheidend die Behandlungsergebnisse verbessern.