gms | German Medical Science

123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

02. bis 05.05.2006, Berlin

Die Bedeutung der farbkodierten Duplexsonographie (FKDS) in der Beurteilung kindlicher Hämangiome hinsichtlich Ausdehnung und Indikation zur Lasertherapie

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • corresponding author P. Urban - Abteilung für Lasermedizin, Elisabeth Klinik, Berlin, Deutschland
  • M. Poetke - Abteilung für Lasermedizin, Elisabeth Klinik, Berlin, Deutschland
  • C.M. Philipp - Abteilung für Lasermedizin, Elisabeth Klinik, Berlin, Deutschland
  • H.P. Berlien - Abteilung für Lasermedizin, Elisabeth Klinik, Berlin, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 02.-05.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgch5441

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2006/06dgch501.shtml

Veröffentlicht: 2. Mai 2006

© 2006 Urban et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung: Hämangiome stellen mit einer Prävalenz von 4,5% den häufigsten Typ benigner, kleinkindlicher Tumore dar. Insbesondere bei fazialen Problembefunden ist die Nd:YAG-Lasertherapie in der Früh- und Proliferationsphase als Behandlungsmethode der Wahl anzusehen. Trotz engmaschiger Verlaufskontrollen kann häufig allein durch die klinische Untersuchung keine genaue Aussage über das Ausmaß der subkutanen Infiltration und die Dringlichkeit einer Behandlungsindikation getroffen werden. Daher besteht hier die Notwendigkeit einer objektiven, nicht invasiven, ambulant durchführbaren Untersuchungsmethode.

Material und Methoden: Wir haben im Verlauf der letzten 9 Jahre mehr als 2.100 Kinder mit Hämangiomen gesehen. Der Anteil fazialer Hämangiome lag hier bei 60%, wobei davon 20% als Problembefunde, aufgrund eines rasch progredienten Wachstums mit Gefahr der Verlegung des Auges bzw. Destruktion relevanter Strukturen an Nase und Lippen, anzusehen waren.Sämtliche Hämangiome wurden mittels FKDS untersucht, wir verwendeten 7,5 und 13,5 mHz Schallköpfe an Siemens Sonoline Elegra® Geräten, unter einer sensitiven Einstellung mit einer PRF um 850 Hz und einer Eingangsverstärkung von 60-70 dB.Bei allen Befunden erfolgte die Beurteilung der Aktivität anhand der Echogenität des Gewebes im B-Bild sowie der Konfiguration und Intensität der pathologischen Hyperperfusion, neben einer Vermessung in 3 Ebenen. Bei Befunden der Augenlider wurde das Vorhandensein und die Ausdehnung einer parabulbären Beteiligung untersucht, bei Hämangiomen der Nase, Veränderungen des Knorpelgerüstes mit beurteilt. Zur Frage der Operationsindikation erfolgte die Aktivitätsbeurteilung der Hämangiome anhand einer 5-stufigen Stadieneinteilung. Da bei Problembefunden generell Mehrfachbehandlungen erforderlich waren, konnten im Verlauf intraindividuelle Änderungen (Größenreduktion, Zunahme der Echogenität, Verminderung der Hyperperfusion) im Rahmen der laserinduzierten Regression dokumentiert werden.

Ergebnisse: In allen Fällen war eine exakte Bestimmung von Größe, Ausdehnung und Infiltration von Nachbarstrukturen möglich. In mehr als 30 % der Fälle zeigte sich in der FKDS eine beträchtlich über den klinischen Eindruck hinausgehende Infiltration tieferer Schichten. Aufgrund der nachgewiesenen Gefäßaktivität wurde bei 1.100 Kindern die Indikation zur Laserbehandlung gestellt. Bei empfohlener, aber aus verschiedensten Gründen nicht durchgeführter Behandlung bestätigte sich der prädiktive Wert der FKDS durch Auftreten einer Progression.

Schlussfolgerung: Die FKDS ist neben der klinischen Verlaufsbeobachtung das entscheidende Hilfsmittel in der Beurteilung fazialer Problemhämangiome und zugleich die einzige Untersuchungsmethode, die eine Aussage über die Aktivität der Gefäßproliferation erlaubt.