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123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

02. bis 05.05.2006, Berlin

Späte Komplikation einer offenen Defektverletzung am Unterarm aus dem 2. Weltkrieg

Meeting Abstract

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  • corresponding author S. Rall - Klinik für Plastische Chirurgie, Handchirurgie, Intensiveinheit für Schwerbrandverletzte des UK-SH, Campus Lübeck, Deutschland
  • S. Zimmermann - Klinik für Plastische Chirurgie, Handchirurgie, Intensiveinheit für Schwerbrandverletzte des UK-SH, Campus Lübeck, Deutschland
  • P. Mailänder - Klinik für Plastische Chirurgie, Handchirurgie, Intensiveinheit für Schwerbrandverletzte des UK-SH, Campus Lübeck, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 02.-05.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgch5345

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2006/06dgch408.shtml

Veröffentlicht: 2. Mai 2006

© 2006 Rall et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: 60 J. nach Beendigung des 2.Weltkrieges leiden Patienten an den Folgen einer alten Verletzung.

Material und Methoden: Der 81-jähr., lebensfrohe Patient berichtete, wie ihm im April 1945 eine Maschinengewehrkugel etwa 4 cm der linken Speiche weggeschossen hatte. Es folgten während der folgenden 2 Jahre mehrere Versuche den defekten Radius mit Knochentransplantationen aus den Rippen wieder aufzubauen, was aufgrund chronischer Entzündungen misslang. In den folgenden Jahren kam der Patient trotz zunehmender Fehlstellung und narbiger Verziehung am Unterarm mit einer abnormen Beweglichkeit im Alltag gut zurecht.Nun erfolgte die Vorstellung, da über einer sehr prominenten distalen Ulna erstmals reichlich klare Flüssigkeit austrat. Bei Aufnahme fand sich über dem Ulnaköpfchen eine Fistelbildung. Die Handfunktion war bis auf die Daumenabduktion nicht eingeschränkt, die Handgelenksbeweglichkeit fand in Höhe des distalen Unterarms statt.Röntgenologisch fand sich ein Ulnavorschub von 10 cm, am Übergang vom mittleren zum distalen Drittel war der Radius pseudarthrotisch dehiszent, distal nach radial disloziert. Nebenbefundlich US-Amputation li ´45, Aortenklappenersatz ´92, art. Hypertonus, sowie ein 02/04 diagnostiziertes, bestrahltes großzelliges Bronchial-Ca.

Ergebnisse: Intraoperativ fand sich über dem Ulnaköpfchen eine Gelenkaussackung mit Fistelbildung, mehreren Gelenkzotten und freien Gelenkkörpern. Das Köpfchen wurde sparsam reseziert, die Gelenkkapsel zum Teil reseziert und gerafft.Postoperativ kam es zu einer ungestörten Wundheilung, der Patient gab jedoch an, dass die Stabilität im Hand-Unterarmbereich nicht mehr so wie zuvor sei. Ob diese sich durch Narbenbildung im Kaspelbereich wieder stabilisierte konnte nicht mehr nachuntersucht werden, da der Patient kurz darauf an den Folgen des Bronchialcarcinoms verstarb.

Schlussfolgerung: Nach schweren Verletzungen kann sich eine gute Hilfsfunktion einer Extremität einstellen auch bei nicht anatomiegetreuer Ausheilung. Kommt es jedoch zu einer Komplikation kann ein operativer Eingriff das Gefüge stören.