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123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

02. bis 05.05.2006, Berlin

Protektiver Einfluß von alpha-Liponsäure nach warmer Leberischämie beim Menschen

Meeting Abstract

  • corresponding author F. Duenschede - Allgemein- und Abdominalchirurgie, Universitätsklinik Mainz
  • K. Erbes - Allgemein- und Abdominalchirurgie, Universitätsklinik Mainz
  • A. Kircher - Allgemein- und Abdominalchirurgie, Universitätsklinik Mainz
  • S. Westermann - Allgemein- und Abdominalchirurgie, Universitätsklinik Mainz
  • A. Schad - Institut für Pathologie, Universitätsklnik Mainz
  • T. Junginger - Allgemein- und Abdominalchirurgie, Universitätsklinik Mainz

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 02.-05.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgch5829

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2006/06dgch330.shtml

Veröffentlicht: 2. Mai 2006

© 2006 Duenschede et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Die prospektive Studie hatte das Ziel, die Wirkung der alpha-Liponsäure bei warmen Leberischämie im Rahmen von elektiven Leberrresektionen zu überprüfen.

Material und Methoden: Patienten zu elektiven Leberresektion wurden eingeschlossen. Ausschlußkriterien waren eine bereits praeoperativ reduzierte Leberfunktion sowie ein erhöhtes OP-Risiko. Bei allen Patienten wurde ein dreißig-minütiges Pringle-Manöver durchgeführt. Blut- und Leberproben wurden direkt im Anschluß an die Laparotomie (LAP), nach dreißg- minütiger Leberischämie (pP0´) sowie nach dreißig-minütiger Reperfusion (pP30´) entnommen. Im weiteren Verlauf erfolgte die tägliche Kontrolle der Laborwerte bis zur Entlassung der Patienten. Alternierend erhielten die Patienten 15 Minuten vor Ischämie entweder 600 mg alpha-Liponsäure (50 ml)oder 50 ml NaCl intravenös. Alle Patienten wurden vom gleichen Operateur behandelt. Es wurde immer das gleiche Narkoseverfahren angewendet.

Ergebnisse: Bei je 12 Patienten pro Gruppe waren keine Unterschiede bezüglich der perioperativen Daten vorhanden. Die intaroperativen Vitalparameter waren ebenfalls vergleichbar. Bei den Laborwerten imponierte ein Anstieg der GOT- und GPT-Werte der unbehandelten Gruppe im Vergleich zur behandelten Gruppe: LAP: 83 ±17 vs. 55 ±11, pP0`: 234 ±31 vs. 135 ±25 und pP30´: 306 ±24 vs. 157 ±20 U/l. Die GPT-Werte waren ähnlich mit LAP: 83 ±17 vs. 61 ±9, pP0´: 228 ±28 vs. 133 ±17 und pP30´: 280 ±26 vs. 144 ±19 U/l. Die postoperativen peak-Werte der GOT und der GPT waren ebenfalls signifikant erniedrigt: 373 ±39 vs. 231 ±15 und 440 ±29 vs. 290 ±30 U/l. Elektronenmikroskopische Aufnahmen zeigten zu keinem Zeitpunkt Anhalt auf Nekrosen. Dagegen stieg sowohl die Anzahl der TUNEL-positiven-Sinus-Endothelzellen (SEZ) als auch die Anzahl der TUNEL-positiven-Hepatozyten (H) in der unbehandelten Gruppe im Vergleich zur behandelten signifikant an: LAP jeweils 0, pP0´: 8 ±1 vs. 0, pP30´: 9 ±1,5 vs 1 ±0,5 %-TUNEL-positiver-SEZ. Und LAP: jeweils 0, pP0´: 18 ±5 vs. 3 ±1 und pP30´: 20 ± 6 vs. 4 ±2 %-TUNEL-positive H. In der real-time RT-PCR wird aktuell die Expression verschiedener Mediatoren der apoptotischen Kaskade zu den einzelnen Zeitpunkten untersucht.

Schlussfolgerung: Alpha Liponsäure übt eine protektive Wirkung auf den Ischämie/Reperfusionsschaden der Leber nach warmer Ischämie aus. Vergleichbar mit den in vivo-Daten bei der Ratte kommt die Reduktion von Apoptose als möglicher Wirkmechanismus in Frage.