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123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

02. bis 05.05.2006, Berlin

Nierenlebendspende: Zentrumserfahrung mit knapp 300 Transplantationen

Meeting Abstract

  • corresponding author O. Drognitz - Universität Freiburg, Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Freiburg, Deutschland
  • J. Donauer - Universität Freiburg, Klinik für Innere Medizin IV, Nephrologie, Freiburg, Deutschland
  • J. Kamgang - Universität Freiburg, Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Freiburg, Deutschland
  • P. Baier - Universität Freiburg, Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Freiburg, Deutschland
  • H. Neeff - Universität Freiburg, Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Freiburg, Deutschland
  • C. Lohrmann - Universität Freiburg, Klinik für Radiologie, Abt. Röntgendiagnostik, Freiburg, Deutschland
  • U.T. Hopt - Universität Freiburg, Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Freiburg, Deutschland
  • G. Kirste - Universität Freiburg, Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Freiburg, Deutschland
  • P. Pisarski - Universität Freiburg, Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Freiburg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 02.-05.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgch4804

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2006/06dgch310.shtml

Veröffentlicht: 2. Mai 2006

© 2006 Drognitz et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Ziel dieser retrospektiven Analyse ist es, die Ergebnisse nach Nierenlebendspende an einem größeren Transplantationszentrum in der BRD zu evaluieren.

Material und Methoden: Von 1976 bis 05/2005 wurden insgesamt 298 Lebendnierenspende-Transplantation am Universitätsklinikum Freiburg durchgeführt. Verwandte stellten den größten Anteil an Spendern mit einer allerdings stetig wachsenden Zahl unverwandter Lebendspenden von 20% im Jahr 1995 bis zu 45% im Jahr 2004. Die Mehrzahl der Spender waren weiblich (60%), die Mehrzahl der Empfänger männlich (64%). Die Immunsuppression erfolgte bei den meisten Patienten mit CSA, MMF und PRED (79%). Prediktive Faktoren für Transplantatfunktion bzw. Empfängerüberleben wurden mittels univariater Log-rank Analyse und mittels Cox proportional hazard-Modell analysiert.

Ergebnisse: Die durchschnittliche Nachbeobachtung betrug 5,3 a (0,3 – 20,9 a). Das 1-, 5-, und 10-Jahres-Patientenüberleben betrug 98,6%, 92,7% and 86,8%. Die Transplantatfunktionsrate betrug 95,5%, 82,8% und 67,9% (Kaplan-Meier-Methode). Insgesamt 26 Patienten (8,7%) verstarben im Beobachtungszeitraum bedingt durch kardiovaskuläre Ereignisse (36%) und Malignome (28%). Die 5-Jahres-Transplantatfunktionsrate stieg von 79,5% vor 1996 auf 83,6% für Transplantationen nach 1996 an. In der Cox-Regressionsanalyse waren Empfängeralter über 50 a, eine Dialysedauer über 2 a und ein vorbestehender IDDM mit einem signifikant schlechteren Patientenüberleben vergesellschaftet. Die Transplantatfunktion wurde signifikant durch die verwendete Immunsuppression und durch einen vorbestehenden Hypertonus beeinflußt. Die Rate akuter Abstoßungen sank von 57% in den Jahren 1976 bis 1996 auf 34% im Zeitraum von 1996 bis 2003. Die nicht-verwandte Lebendspende war weder assoziiert mit einer schlechteren Transplantatfunktionrate noch mit einer Zunahme akuter Abstoßungen. Die häufigste Ursache für einen Transplantatverlust war der Tod des Empfängers mit funktionierendem Organ (36%).

Schlussfolgerung: Unsere Ergebnisse zeigen, daß die Lebendnierenspenden-Transplantation ein hoch effektives Verfahren für Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz darstellt. Verbesserungen der Immunsuppression, der Empfängerselektion und Spendervorbereitung haben möglicherweise zu der Steigerung der Ergebnisse über die letzten 30 Jahre beigetragen.