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123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

02. bis 05.05.2006, Berlin

Vergleich von routinemäßiger und selektiv indizierter Anastomosenkontrolle nach Ösophagusresektion und Gastrektomie

Meeting Abstract

  • corresponding author P. Oetting - Klinik für Chirurgie und Chirurgische Onkologie, Robert-Rössle-Klinik, Universitätsmedizin Berlin, Charité, Campus Buch, Deutschland
  • M. Hünerbein - Klinik für Chirurgie und Chirurgische Onkologie, Robert-Rössle-Klinik, Universitätsmedizin Berlin, Charité, Campus Buch, Deutschland
  • K.T. Moesta - Klinik für Chirurgie und Chirurgische Onkologie, Robert-Rössle-Klinik, Universitätsmedizin Berlin, Charité, Campus Buch, Deutschland
  • B. Gebauer - Klinik und Poliklinik für Strahlenheilkunde, Robert-Rössle-Klinik, Universitätsmedizin Berlin, Charité, Campus Buch, Deutschland
  • P.M. Schlag - Klinik für Chirurgie und Chirurgische Onkologie, Robert-Rössle-Klinik, Universitätsmedizin Berlin, Charité, Campus Buch, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 02.-05.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgch5214

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2006/06dgch272.shtml

Veröffentlicht: 2. Mai 2006

© 2006 Oetting et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Der Stellenwert der postoperativen Anastomosenkontrolle nach einer Ösophagusresektion oder Gastrektomie mittels wasserlöslichem Kontrastmittel oder Endoskopie wird kontrovers diskutiert. In dieser Untersuchung wird die routinemäßige mit der selektiv indizierten Anastomosendarstellung mit beiden Untersuchungsverfahren verglichen.

Material und Methoden: Im Zeitraum von Januar bis September 2005 wurden insgesamt 40 Patienten nach einer Ösophagus- oder Magenresektion nach dem Algorithmus für eine selektiv indizierte Anastomosendarstellung behandelt. Eine Untersuchung der Anastomose mittels Röntgenkontrastdarstellung und Gastroskopie erfolgte nach folgenden Kriterien: Auftreten von 2 SIRS-Kriterien (Systemic inflammatory response syndrome), Einsetzen von Herzrhythmusstörung, ein klinisch auffälliges Abdomen, eine auffällige Sekretion über die einliegenden Drainagen.Diese Patienten wurden mit einer historischen Gruppe von 24 konsekutiven Patienten verglichen, welche nach einer Ösophagus- bzw. Magenresektion eine routinemäßige Darstellung der Anastomose erhielten.

Ergebnisse: 31 von 40 Patienten zeigten einen regelrechten postoperativen Verlauf, so dass es zu keiner selektiv indizierten Anastomosendarstellung kam. Auch während des weiteren Klinikaufenthaltes kam es bei keinem dieser 31 Patienten zu Zeichen einer möglichen Insuffizienz. Bei 1 von 9 klinisch auffälligen Patienten konnte eine Anastomoseninsuffizienz durch Gastroskopie und radiologischem Verfahren detektiert und minimal-invasiv mittels Stent therapiert werden. Von den 24 Patienten aus der Vergleichsgruppe zeigte die routinemäßig durchgeführte Kontrastmitteldarstellung der Anastomose bei 21 Patienten einen regulären postoperativen Befund. Eine Anastomoseninsuffizienz konnte bei 3 Patienten radiologisch gesichert und endoskopisch mittels Stenteinlage erfolgreich therapiert werden. Zwei dieser Patienten wiesen zum Zeitpunkt der Routineuntersuchung eine auffällige Klinik auf.

Schlussfolgerung: Durch eine selektiv indizierte Anastomosendarstellung nach Ösophagus- oder Magenresektionen kann auf der Basis von klinischen Kriterien auf eine routinemäßige Anastomosenuntersuchung verzichtet werden, ohne dabei eine relevante Insuffizienz zu übersehen. Verglichen mit der routinemäßigen Anastomosenkontrolle kam es in unserer Untersuchung zu keiner verzögerten Detektion einer Insuffizienz. So gelang auch nach selektiv indizierter Anastomosendarstellung die interventionelle Therapie mittels Stent.