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123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

02. bis 05.05.2006, Berlin

Ist die laparoskopische kolorektale Chirurgie bei Karzinom auch im Alter über 75 Jahre sicher und komplikationsarm?

Meeting Abstract

  • corresponding author C. Hindel - Klinik für Chirurgie, UK S-H, Campus Lübeck, Lübeck, Deutschland
  • C. Blumberg - Klinik für Chirurgie, UK S-H, Campus Lübeck, Lübeck, Deutschland
  • S. Farke - Klinik für Chirurgie, UK S-H, Campus Lübeck, Lübeck, Deutschland
  • O. Schwandner - Klinik für Chirurgie, UK S-H, Campus Lübeck, Lübeck, Deutschland
  • H.P. Bruch - Klinik für Chirurgie, UK S-H, Campus Lübeck, Lübeck, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 02.-05.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgch5823

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2006/06dgch067.shtml

Veröffentlicht: 2. Mai 2006

© 2006 Hindel et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Ziel der vorliegenden Studie war es, die Ergebnisse der laparoskopischen kolorektalen Chirurgie bei kolorektalem Karzinom und Alter über 75 Jahre zu evaluieren.

Material und Methoden: Die Daten von 217 laparoskopischen Eingriffen bei kolorektalem Karzinom wurden in einem prospektiven Register gespeichert und altersabhängig (Gruppe I Patienten bis 75 Jahre, n = 166; Gruppe II Patienten über 75 Jahre, n = 51) retrospektiv ausgewertet.

Ergebnisse: Das mittlere Alter war in der Gruppe I 62,03 Jahre und in Gruppe II 79,64 Jahre. In Gruppe I stellten Kolonkarzinome mit 54,2% etwas häufiger die Indikation zur OP dar als die Karzinome des Rektums (45,8%), in der Gruppe II fand sich diesbezüglich ein ausgewogenes Verhältnis (Kolonkarzinome 51,0% vs. Rektumkarzinome 49,0%). Während bei den als laparoskopische Resektion zu Ende geführten Eingriffen in Gruppe I die anteriore Resektion (65,7%) und die Rektumextirpation (13,4%) die am häufigsten durchgeführten Eingriffe waren, hatte bei den über 75jährigen Patienten neben der anterioren Resektion (55,6%) und der Extirpation (13,9%) auch die Resektion des Rechtskolons (13,9%) einen hohen Stellenwert. Zwischen beiden Gruppen bestand kein signifikanter Unterschied bezüglich der OP-Dauer und der Konversionsrate (13,3% Gruppe I vs. 17,6% Gruppe II), wobei die Konversionen nicht auf intraoperative Komplikationen sondern auf ein fortgeschrittenes Tumorstadium zurückzuführen sind. Von den insgesamt 51 Patienten in Gruppe II wurden 36 laparoskopisch reseziert. In dieser Gruppe traten keine intraoperativen Komplikationen auf. Im Verlauf gab es 11,1% Minorkomplikationen und 8,3% Majorkomplikationen, wobei die Komplikationsraten unter denen der Gruppe I (11,9% und 12,7%), jedoch ohne signifikanten Unterschied, lagen. Auch bei der Menge der applizierten Blutprodukte sowie im Schmerzmittelverbrauch konnte kein signifikanter Unterschied nachgewiesen werden. Dagegen zeigte sich für die Gruppe II eine signifikant verlängerte Dauer der intensivmedizinischen Behandlung (1,2 d Gruppe I vs. 5,2 d Gruppe II; p = 0,011). Auch der Kostaufbau fand in dieser Gruppe verzögert statt (p = 0,014). Die Liegezeit war in der Gruppe II ebenfalls verlängert (14,51 d Gruppe I vs. 18,17 d Gruppe II), jedoch ohne Signifikanz.

Schlussfolgerung: Anhand der vorliegenden Ergebnisse kann die minimal invasive Operationstechnik für kolorektale Karzinome trotz einer erhöhten Komorbidität auch für Patienten mit einem Alter über 75 Jahre ohne ein höheres Risiko für operative Komplikationen empfohlen werden. Voraussetzung ist die optimale medikamentöse Therapie von Begleiterkrankungen sowie ein intensiviertes peri- und postoperatives Monitoring.