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123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

02. bis 05.05.2006, Berlin

Verschlechtert der laparoskopische Zugang die Prognose des inzidentellen Gallenblasenkarzinoms?

Meeting Abstract

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  • corresponding author T. Götze - Chirurgische Klinik Ketteler- Krankenhaus
  • V. Paolucci - Chirurgische Klinik Ketteler- Krankenhaus

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 02.-05.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgch5338

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2006/06dgch055.shtml

Veröffentlicht: 2. Mai 2006

© 2006 Götze et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Mehr als 75% der Cholecystektomien werden laparoskopisch operiert und weniger als 1/3 aller Gallenblasenkarzinome sind präoperativ bekannt. Seit den ersten Beschreibungen von Port- site metastasen 1991 und Tumorabsiedlungen 1994wird vermutet, dass die laparoskopische Technik die Prognose von okkultemGallenblasenkarzinom verschlechtern könnte.

Material und Methoden: 1997 hat die chirurgische Arbeitsgemeinschaft für Endoskopie (CAE) der deutschen Gesellschaft für Chirurgie ein Register gegründet, welches alle Fälle von postoperativen Zufallsbefund: „ Gallenblasenkarzinom“ sammelt, egal ob die primäre Cholezystektomie laparoskopisch oder offen durchgeführt wurde. Ziel des Registers ist es den Verlauf der Patienten zu beobachten und unter anderem die Frage zu beantworten, ob die Laparoskopie tatsächlich einen negativen Einfluß auf die Prognose des okkulten Gallenblasenkarzinoms hat.

Ergebnisse: 417 Fälle von okkultem Gallenblasenkarzinom sind bis dato von mehr als 200 Kliniken gemeldet worden.220 Patienten wurden laparoskopisch operiert, 130 offen und bei 66 Patienten erfolgte ein intraoperativer Umstieg von laparoskopisch zu offen, aus nicht onkologischen Gründen. Es wurden 86 T1- Karzinome, 187 T2- Karzinome, 82 T3- Karzinome, 32 T4- Karzinome und 15 Fälle von Carcinoma in situ Fällen gemeldet. Die Kaplan- Meier - Kurve zeigt eine 5JÜR von 38% für die Laparokopie und 30% für die konventionelle Technik. Bei den insgesamt 86 T1 Karzinomen zeigt die Kaplan- Meier- Kurve eine 5JÜR von 50% für laparoskopisch operierte und 47% für konventionell operierte Patienten. Bei den insgesamt 187 T2 Karzinomen zeigt die Kaplan- Meier- Kurve eine 5JÜR von 38% für laparoskopisch operierte und 25% für konventionell operierte Patienten. (p< 0,05)Das Stadium Ia zeigt eine 5JÜR von 45% für laparoskopisch und 32% für konventionell operierte Patienten.Das Stadium Ib zeigt eine 5JÜR von 55% für laparoskopisch und 25% für konventionell operierte Patienten. Das Stadium IIa zeigt eine 5JÜR von über 90% für laparoskopisch und 30% für konventionell operierte Patienten, hier ist aber die Gesamtpatientenzahl (n=9)sehr gering.Das Stadium IIb zeigt eine 5JÜR von 40% für laparoskopisch und 30% für konventionell operierte Patienten. Auch in den Stadien III/IV und T3/4 schneidet die Laparoskopie nicht schlechter ab.

Schlussfolgerung: Die Überlebensrate ist signifikant höher (p< 0,05)für die laparoskopisch operierten Patienten. Nach Analyse der Überlebensrate anhand der T- Kriterien und UICC/AJCC- Stadien, kann dies nicht damit erklärt werden kann, dass die Laparoskopie die weniger fortgeschritten Stadien operiert. Der Zugangsweg scheint also keinen wesentlichen Einfluß auf die Prognose des okkulten Gallenblasenkarzinoms zu haben.