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123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

02. bis 05.05.2006, Berlin

Therapieverzögerung bei hormonaktiven Nebennierentumoren

Meeting Abstract

  • E. Szucsik - Klinik für Chirurgie und Zentrum für Minimal Invasive Chirurgie, Kliniken Essen-Mitte, Essen, Deutschland
  • S. Petersenn - Klinik für Endokrinologie, Universitätsklinikum Essen, Essen, Deutschland
  • F.A. Wenger - Klinik für Chirurgie und Zentrum für Minimal Invasive Chirurgie, Kliniken Essen-Mitte, Essen, Deutschland
  • K. Mann - Klinik für Endokrinologie, Universitätsklinikum Essen, Essen, Deutschland
  • corresponding author M.K. Walz - Klinik für Chirurgie und Zentrum für Minimal Invasive Chirurgie, Kliniken Essen-Mitte, Essen, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 02.-05.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgch4724

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2006/06dgch035.shtml

Veröffentlicht: 2. Mai 2006

© 2006 Szucsik et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Hormonaktive Nebenierentumore sind selten und nicht immer mit der klassischen klinischen Symptomatik verknüpft. Da bei einem längerfristigen Bestehen des Hormonexzesses zum Teil irreversible Veränderungen zu befürchten sind, sollte die Diagnose so früh wir möglich gestellt werden. Deshalb sind wir der Frage der Diagnose- und Therapieverzögerung nachgegangen.

Material und Methoden: Im Zeitraum zwischen 1.5.2004 – 31.7.2005 wurden 99 Patienten (38 Männer, 61 Frauen; Alter: 45 ± 13 Jahre) mit hormonaktiven und symptomatischen Nebennierentumoren behandelt. Es handelte sich um 33 Phäochromozytome, 37 Conn-Adenome und 29 Cushing-Adenome. Die Patienten wurden bei der stationären Aufnahme mittels eines standardisierten Untersuchungsbogens befragt und vorhandene Krankenunterlagen berücksichtigt. Ermittelt wurden die Zeitspannen zwischen dem Auftreten der ersten klinischen Symptome und der Vorstellung beim Hausarzt, der Vorstellung beim Hausarzt bis zur richtigen Diagnosestellung und von der Diagnosestellung bis zur Operation sowie schließlich die Gesamterkrankungsdauer bis zur Operation. Die Erhebung der Daten erfolgte prospektiv.

Ergebnisse: Von den ersten klinischen Symptomen bis zur Nebennierenoperation vergingen im Mittel 48 Monate, wobei zwischen den 3 Tumorgruppen keine signifikanten Unterschiede bestanden. Die Zeitspannen in Monaten sind der Tabelle 1 [Tab. 1]zu entnehmen.

Schlussfolgerung: Unsere Daten zeigen, dass bei hormonaktiven Nebennierentumoren Diagnose und Operation um Jahre verzögert sind. Dies dürfte am ehesten auf der Seltenheit dieser Erkrankungen beruhen.