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123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

02. bis 05.05.2006, Berlin

Regionale Unterschiede der Drainage des rechten Leberlappens über inferiore rechte Lebervenen bei der Planung von Leberlebendspenden

Meeting Abstract

  • M. Hindennach - MeVis - Centrum für Medizinische Diagnosesysteme und Visualisierung, Bremen, Deutschland
  • corresponding author H. Bourquain - MeVis - Centrum für Medizinische Diagnosesysteme und Visualisierung, Bremen, Deutschland
  • C. Wald - Department of Radiology, Lahey Clinic Medical Center, Burlington, MA, USA
  • Y. Ogawa - Department of Transplantation and Immunology, Kyoto, Japan
  • E.A. Pomfret - Department of Surgery, Lahey Clinic Medical Center, Burlington, MA, USA
  • K. Tanaka - Department of Transplantation and Immunology, Kyoto, Japan
  • H.O. Peitgen - MeVis - Centrum für Medizinische Diagnosesysteme und Visualisierung, Bremen, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Berlin, 02.-05.05.2006. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2006. Doc06dgch5254

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2006/06dgch005.shtml

Veröffentlicht: 2. Mai 2006

© 2006 Hindennach et al.
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Gliederung

Text

Einleitung: Bei der Planung von Erwachsenen Leberlebendspenden ist es wichtig ein ausreichendes funktionelles Lebervolumen sowohl beim Spender als auch beim Empfänger zu erzielen. Eine normale Analyse von CT oder MRT Daten erlaubt nur die Bestimmung des gesamten Lebervolumens sowie der Volumina von Transplantat und verbleibendem Leberparenchym. Potenzielle Bereiche mit eingeschränkter Leberfunktion durch venöse Abflussstörungen werden nicht berücksichtigt. Im Rahmen dieser Studie wurden die venösen Drainagegebiete von inferioren rechten Lebervenen im Transplantat bestimmt und für 2 Spenderpopulationen verglichen.

Material und Methoden: Über einen Zeitraum von 24 Monaten (07/2003-06/2005) wurden 190 konsekutive, potenzielle Spender für eine Erwachsenen-Leberlebendspende aus 2 Kliniken in Japan (Kyoto University Hospital, 140) und den USA (Lahey Clinic Medical Center, 50) analysiert. Die Bild- und Risikoanalyse erfolgte mit den Softwareassistenten MeVis LiverAnalyzer (früher HepaVision) und MeVis LiverExplorer (früher InterventionPlanner). Bei allen potenziellen Spendern wurde eine Resektion rechts der mittleren Lebervene geplant und die lebervenösen Drainagegebiete des so definierten Transplantates berechnet. Zur Berechnung des relativen über inferiore rechte Lebervenen drainierten Transplantatvolumens wurde das Volumen dieser Gefäßterritorien durch das Gesamtvolumen des Transplantates dividiert.Die Planung der Resektion erfolgte an patientenindividuellen 3D Modellen der Leber und Gefäßsysteme.

Ergebnisse: Das mittlere berechnete Transplantatvolumen betrug 766ml für die potenziellen Spender aus Kyoto (Standardabweichung (SD): 162ml, Range: 486-1549ml). Bei den Spendern aus Burlington betrug das mittlere berechnete Transplantatvolumen 1034ml (SD: 227ml, Range 650-1989ml). Das mittlere relative Transplantatvolumen betrug 63% (SD: 5,2%) bzw. 61% (SD: 5,5%). Der Unterschied dieser relativen Volumina ist statistisch nicht signifikant (p=0,05) und durch die unterschiedliche, von den klinischen Partnern gewünschte, Schnittführung bedingt.Von den Transplantaten werden 12% (SD: 13,5%) bzw. 8% (SD: 11,5%) über inferiore rechte Lebervenen drainiert und damit auf Grund einer venösen Abflussstörung potenziell funktionell gestört. In der japanischen Population wiesen 38% der potenziellen Spender eine oder mehr inferiore rechte Lebervene auf, die mindestens 10% des Transplantates drainierte, in der amerikanischen Population waren es 26% der potenziellen Spender.Im visuellen Vergleich stimmten die präoperativ berechneten, abflussbehinderten Gebiete gut mit den intraoperativen Befunden überein.

Schlussfolgerung: Das relative Transplantatvolumen, das über inferiore rechte Lebervenen drainiert wird unterscheidet sich statistisch signifikant (p=0,040) zwischen den beiden Spenderpopulationen. Diese anatomischen Unterschiede sollten berücksichtigt werden, wenn Studien die auf unterschiedlichen Populationen basieren, miteinander verglichen werden.

Abbildung 1 [Abb. 1].