gms | German Medical Science

122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

05. bis 08.04.2005, München

Indikationen für lokale Lappenplastiken zur Rekonstruktion der Ohrmuschel

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • corresponding author C. Taskov - Abteilung für Plastische und Wiederherstellungschirurgie, Klinikum rechts der Isar, TU München
  • E. Biemer - Abteilung für Plastische und Wiederherstellungschirurgie, Klinikum rechts der Isar, TU München
  • R. Giunta - Abteilung für Plastische und Wiederherstellungschirurgie, Klinikum rechts der Isar, TU München

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 05.-08.04.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05dgch3471

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2005/05dgch645.shtml

Veröffentlicht: 15. Juni 2005

© 2005 Taskov et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung

Aufgrund der komplexen dreidimensionalen Struktur des Außenohres stellen Ohrmuschelrekonstruktionen seit Jahrzehnten eine große Herausforderung für plastische Chirurgen dar. Ziel dieser Arbeit ist die Darstellung der Problematik und Behandlungslösungen mit drei unterschiedlichen OP-Techniken zur Rekonstruktion bei ausgedehnten Ohrmuscheldefekten.

Material und Methoden

Bei zwei Patienten war der ursprüngliche Grund für die Rekonstruktion ein Defekt nach Basaliomresektion. In einem Fall im Bereich des mittleren Drittels der Helix (ca. 3x1 cm großer postoperativer Defekt) und in einem weiteren im Bereich der Anthelix (ca. 2x2,5 cm großer postoperativer Defekt). Bei dem dritten Patient entstand der Defekt aufgrund einer Hundebissverletzung, er betraf 2/3 der Helix und Scapha. Zur Rekonstruktion des Helixdefektes wurde eine Modifikation der Technik zur Helixrekonstruktion nach Antia verwendet. Bei dieser Technik wird die Scapha verkleinert und ein Burow Dreieck aus dem anterolateralen Ohrläppchen ausgeschnitten. Bei der zweiten Technik wurde ein temporär gestielter Lappen verwendet, der von retroaurikulär durch die dorsale Ohrmuschelhaut gezogen wurde. Zur Deckung des Helix-Anthelix-Defektes wurde ein U-förmiger temporär gestielter retroaurikulärer Verschiebelappen verwendet.

Ergebnisse

Alle Lappenplastiken heilten komplikationslos ein. Zwei davon zeigten sehr gute ästhetische Ergebnisse. Nur bei der Technik mit dem U-förmigen retroaurikulären Verschiebelappen waren die ästhetischen Ergebnisse aufgrund Unregelmäßigkeiten in der Ohrmuschelkontur nur befriedigend. Bei keiner der Methoden ist eine Cup-Deformität entstanden.

Schlussfolgerung

Diese Lappenplastiken ermöglichen eine primäre oder sekundäre Rekonstruktion von Ohrmuscheldefekten. Das beste Ergebnis hinsichtlich der ästhetischen Rekonstruktion wurde mit dem einzeitigen Verfahren modifiziert nach Antia erreicht. Die deutliche Verkleinerung der Ohrmuschel ist dabei ästhetisch unproblematisch, da beide Ohren nicht gleichzeitig gesehen werden können. Für Helixdefekte bis 1/3 der Ohrmuschelzirkumferenz ist dies unsere Technik der ersten Wahl.