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122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

05. bis 08.04.2005, München

90 laparoskopische Adrenalektomien – eine kritische Rückschau

Meeting Abstract

  • corresponding author F. Hohenbleicher - Chirurgische Klinik Innenstadt, Ludwig-Maximilians Universität, München
  • S. Schmidbauer - Chirurgische Klinik Innenstadt, Ludwig-Maximilians Universität, München
  • T. Mussack - Chirurgische Klinik Innenstadt, Ludwig-Maximilians Universität, München
  • S. Lüderwald - Chirurgische Klinik Innenstadt, Ludwig-Maximilians Universität, München
  • K. Hallfeldt - Chirurgische Klinik Innenstadt, Ludwig-Maximilians Universität, München

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 05.-08.04.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05dgch2837

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2005/05dgch637.shtml

Veröffentlicht: 15. Juni 2005

© 2005 Hohenbleicher et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Seit ihrer Erstbeschreibung durch Gagnier im Jahre 1992 hat sich die laparoskopische Adrenalektomie als Standardoperation zur Behandlung gutartiger Nebennierentumoren weitgehend durchgesetzt. Dennoch sind einige Fragen noch immer unbeantwortet, wie z.B. bis zu welcher Größe laparoskopisch reseziert werden sollte. In der vorliegenden Untersuchung zielen wir auf die Resektion solitärer Metastasen, die partielle Adrenalektomie, diagnostische Probleme in der Behandlung großer adrenaler Zysten und berichten über einen Patienten, der im Anschluß an eine bilaterale Adrenalektomie starb, die aufgrund eines zentralen M.Cushing durchgeführt worden war.

Material und Methoden

Zwischen 1997 und 2004 wurden 90 laparoskopische Adrenalektomien über einen seitlichen Zugang bei 83 Patienten durchgeführt. Die Indikation zur Operation bestand in gutartigen Tumoren <8cm (28 Conn-Adenome, 27 Operationen bei Cushing-Syndrom, 19 Phäochromozytome, 13 Inzidentalome, davon 2 zystische Tumoren) und in 3 Fällen solitäre Metastasen von 2 Bronchialkarzinomen und einem Melanom. 7 Patienten wurden bilateral operiert. Zwei zystische Tumoren bereiteten diagnostische Probleme, da präoperativ nicht eindeutig geklärt werden konnte, ob die Läsionen der Leber oder der Nebenniere zugehörig waren.

Ergebnisse

Die mittlere Tumorgröße betrug 3,7cm, der größte Tumor maß 9cm, 11 Tumoren waren über 6cm groß. Die mittlere OP-Zeit betrug 135 Minuten, der Blutverlust 250 ml. In drei Fällen wurde eine partielle Adrenalektomie durchgeführt. Drei mal mußte bei M. Cushing aufgrund diffuser Blutungen auf die offene Adrenalektomie konvertiert werden. Wir beobachteten zwei größere Komplikationen, zum einen eine Nachblutung am OP-Tag aufgrund einer Blutung aus der Milz, welchen eine Laparotomie notwendig machte sowie einen Todesfall bei einem Mann mit M. Cushing und schwerer COPD, der 16 Tage nach Adrenalektomie an pulmonalen Komplikationen starb. Alle Tumoren >6cm wurden ohne Komplikationen laparoskopisch reseziert. Die Resektionen bei Metastasen beinhalteten alle eine lokale Lymphadenektomie. 2 der 3 Patienten sind nach einer Beobachtungszeit von 16 Monaten tumorfrei.

Schlussfolgerung

Aus unseren Beobachtungen schließen wir, dass die laparoskopische Adrenalektomie eine sichere und praktikable OP-Technik darstellt, die alle bekannten Vorteile der minimalinvasiven Chirurgie bietet. Dennoch sollte sollte Patienten mit M. Cushing und Begleiterkrankungen besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. In diesen Fällen raten wir von einer einzeitigen bilateralen OP ab. Gutartige Tumoren >6cm sowie Zysten können ohne Probleme reseziert werden. Die partielle Adrenalektomie empfiehlt sich für spezielle Fälle. Die Resektion von Metastasen nützt nur ausgewählten Patienten.