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122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

05. bis 08.04.2005, München

Charakterisierung nichtdendritischer monozytärer Zellen mit immunregulatorischen Eigenschaften

Meeting Abstract

  • corresponding author A. Heumann - Klinik für Allgemeine- und Thoraxchirurgie, UK-SH, Campus Kiel, Deutschland
  • H. Ungefroren - Klinik für Allgemeine- und Thoraxchirurgie, UK-SH, Campus Kiel, Deutschland
  • M. Ruhnke - Klinik für Allgemeine- und Thoraxchirurgie, UK-SH, Campus Kiel, Deutschland
  • A. Sotnikova - Klinik für Allgemeine- und Thoraxchirurgie, UK-SH, Campus Kiel, Deutschland
  • H. Lange - Blasticon GmbH, Kiel, Deutschland
  • M. Burdelski - Klinik für Kinderchirurgie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Deutschland
  • B. Kremer - Klinik für Allgemeine- und Thoraxchirurgie, UK-SH, Campus Kiel, Deutschland
  • F. Fändrich - Klinik für Allgemeine- und Thoraxchirurgie, UK-SH, Campus Kiel, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 05.-08.04.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05dgch2960

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2005/05dgch559.shtml

Veröffentlicht: 15. Juni 2005

© 2005 Heumann et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Das Konzept aktiv erworbener Toleranz konnte 1953 erstmals von Medawar und Kollegen gezeigt werden. In den letzten Jahren hat es große Fortschritte auf dem Gebiet der Immunregulation gegeben, die erstmals auf neue therapeutische Konzepte hoffen lassen. Die folgende Arbeit befasst sich mit einer humanen monozytären Zellpopulation und ihrem hemmenden Einfluss auf allogene Immunreaktionen.

Material und Methoden

Humane Monozyten aus dem peripheren Blut oder Milzgewebe wurden für fünf Tage unter Zugabe von M-CSF und INFγ kultiviert. Die Zellen wurden dann durchflusszytometrisch anhand ihrer Oberflächenmarker näher charakterisiert und in einzelne Subpopulationen aufgetrennt. Mit Hilfe der RT-PCR konnte die Expression von verschiedenen Genen auf mRNA-Ebene nachgewiesen werden. Die immunregulatorischen Eigenschaften wurden mittels gemischter Lymphozytenreaktion (MLR) näher bestimmt.

Ergebnisse

Nach fünf Tagen Kultur zeigten sich Veränderungen der Zellmorphologie in der adhärenten Zellpopulation: die Zellen wurden größer und bekamen dendritische Ausläufer.Aufgrund ihrer supprimierenden Wirkung in der MLR wurden diese adhärenten Zellen als Transplantat-Akzeptanz-Induzierende Zellen (TAIZ) bezeichnet. Eine Phänotypisierung dieser Zellen zeigte ein charakteristisches Expressionsprofil verschiedener Oberflächenmarker. Die Zellen waren positiv für CD14, CD80 und CD86, schwach positiv für CD209 und CD205 und negativ für CD83 und BDCA2. Damit unterscheiden sie sich deutlich von plasmozytoiden dendritischen Zellen und anderen tolerogenen Subpopulationen dendritischer Zellen. In der MLR zeigte sich, dass diese Zellen hemmend auf die Proliferation von autologen Lymphozyten, nach Stimulation mit bestrahlten allogenen Zellen oder PHA, wirken. Außerdem zeigte sich, dass die Kokultur von TAIZ mit allogenen Lymphozyten zu einer Zunahme der CD4+CD25+ regulatorischen T-Zellen (Treg) führte. Ihre Funktionalität konnte in der MLR nachgewiesen werden. Zusätzlich zeigten diese Zellen auch die Expression von Foxp3 und CTLA4, bekannt als Marker für regulatorischen T-Zellen. Aufgrund der Expression verschiedener Oberflächenantigene konnten zwei verschiedene Zellpopulationen in der adhärenten Zellpopulation differenziert werden. Diese konnten mittels FACS-Sorter angereichert werden und die als TAIZ bezeichnete Zellpopulation zeigte eine Expression von Foxp3 auf mRNA Ebene.In einem klinischen Versuch konnte in vitro die Induktion von Treg in der allogenen Kokultur verifiziert werden. Dabei wurden Leukozyten eines chronisch abstoßenden Empfängers einer Leberteilspende nach dem oben angegebnen Verfahren kultiviert. Anschließend erfolgte die Kokultur dieser Zellen mit den Leukozyten des Spenders. Dabei konnte eine Zunahme der Treg in vitro gezeigt werden.

Schlussfolgerung

Hiermit wird erstmals eine Möglichkeit eröffnet, vor einer geplanten Transplantation im Lebendspendemodell spender-geprimte regulatorische T-Zellen zu induzieren, um diese Zellen zur Herabregulierung der alloreaktiven Immunantwort präoperativ zu verabreichen. Dieses Konzept zur Toleranzinduktion wird derzeit in der Lebend-Nierentransplantation in einer ersten Pilotstudie erprobt.