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122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

05. bis 08.04.2005, München

Heilt die Appendektomie den chronischen Bauchschmerz?

Meeting Abstract

  • corresponding author Y. Risacher - Kinderchirurgische Klinik Charité Universitätsmedizin Berlin
  • CH. Wit - Kinderchirurgische Klinik Charité Universitätsmedizin Berlin
  • D. Grund - Kinderchirurgische Klinik Charité Universitätsmedizin Berlin
  • I. Morgenstern - Kinderchirurgische Klinik Charité Universitätsmedizin Berlin
  • A. Richter - Kinderchirurgische Klinik Charité Universitätsmedizin Berlin
  • J. Wit - Kinderchirurgische Klinik Charité Universitätsmedizin Berlin
  • W. Barthlen - Kinderchirurgische Klinik Charité Universitätsmedizin Berlin

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 05.-08.04.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05dgch3210

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2005/05dgch540.shtml

Veröffentlicht: 15. Juni 2005

© 2005 Risacher et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Die Existenz einer chronischen Appendicitis wird immer wieder angezweifelt und die Notwendigkeit einer Appendektomie bei chronischen Bauchschmerzen in Frage gestellt. Wir wollten wissen, ob sich die Symptomatik von Kindern mit chronisch-rezidivierenden Bauchschmerzen nach der Appendektomie verbessert.

Material und Methoden

Von 1998 bis 2000 wurden in unserer Klinik 135 Kinder wegen chronisch-rezidivierender Bauchschmerzen appendektomiert. In 106 Fällen wurde die Operation konventionell und bei 29 Kindern laparoskopisch durchgeführt. Die histologische Aufarbeitung ergab in allen Fällen eine chronisch-fibrosierende Appendicitis ohne akute Entzündungszeichen. Anfang 2004 wurde mit Hilfe eines Fragebogens der aktuelle Zustand der Kinder erfasst.

Ergebnisse

Wir erhielten Antwort von 114 Kindern, was einer follow-up Rate von 84.4 % entspricht. Als völlig beschwerdefrei bezeichneten sich 100 Kinder (87.7 %). 14 Kinder klagten noch über Beschwerden: Bei zwei Kindern kam es nach konventioneller Appendektomie zu einem Adhäsionsileus mit Relaparotomie und diese beiden klagen heute über typische Verwachsungsbeschwerden nach dem Essen. Bei einem Mädchen fand sich als Ursache der wieder neu aufgetretenen Symptomatik eine Ovarialzyste. 7 Kinder (6.1 %) gaben seltene leichte Bauchschmerzen an, die jedoch schnell wieder verschwinden würden und nicht weiter abklärungsbedürftig wären. Bei 4 Kindern (3.5 %) konnte trotz ausführlicher Untersuchung keine Ursache für die weiterhin bestehenden (gelegentlichen) Bauchschmerzen gefunden werden.

Schlussfolgerung

Bei chronisch rezidivierenden Bauchschmerzen im Kindesalter führte in unserem Kollektiv die Appendektomie in 87.7 % zur völligen Beschwerdefreiheit. Aufgrund der geringeren Ausbildung von Narben und Verwachsungen sowie der besseren Übersicht scheint das laparoskopische Vorgehen von Vorteil zu sein.