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122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

05. bis 08.04.2005, München

Immunkompetenz bei Melanompatienten der Stadium III-IV: Konsequenzen für eine aktiv spezifische Immuntherapie

Meeting Abstract

  • corresponding author M. Adamina - Institut für Chirurgische Forschung und Spitalmanagement, Universitätsspital Basel, Basel, Schweiz
  • M. Bolli - Allgemeinchirurgische Universitätsklinik, Universitätsspital Basel, Basel, Schweiz
  • P. Zajac - Institut für Chirurgische Forschung und Spitalmanagement, Universitätsspital Basel, Basel, Schweiz
  • D. Oertli - Allgemeinchirurgische Universitätsklinik, Universitätsspital Basel, Basel, Schweiz
  • W. R. Marti - Allgemeinchirurgische Universitätsklinik, Universitätsspital Basel, Basel, Schweiz
  • G. C. Spagnoli - Institut für Chirurgische Forschung und Spitalmanagement, Universitätsspital Basel, Basel, Schweiz
  • M. Heberer - Institut für Chirurgische Forschung und Spitalmanagement, Universitätsspital Basel, Basel, Schweiz

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 05.-08.04.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05dgch2468

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2005/05dgch357.shtml

Veröffentlicht: 15. Juni 2005

© 2005 Adamina et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Patienten mit fortgeschrittener Tumorerkrankung weisen eine klinische Immundepression auf. Daher erzielt die Immuntherapie des metastatischen Melanoms gelegentlich Remissionen. Um die Immunkompetenz der Melanompatienten zu überprüfen werden humorale und zelluläre Antwort während der aktiven spezifischen Immuntherapie geprüft und als Marker für das Ansprechen der Immuntherapie gewertet.

Material und Methoden

30 Melanompatienten (TNM Stadium III und IV; n=20 intradermale Verabreichung; n=10 intranodale Verabreichung, laufende Studie) wurden wiederholt mit einem rekombinanten Vaccinia Virus (rVV) behandelt. Prekursorfrequenzen von zytotoxischen T Lymphozyten (CTLp), einerseits spezifisch für 3 Tumor assozierte Antigene (TAA: Mart-127-35, gp100280-8, Tyrosinase1-9), und anderseits für Influenza Matrix58-66, wurden durch limiting dilution analysis gemessen. Das Influenza Matrix Antigen diente als Marker der zellulären Immunkompetenz. Die Immunantwort gegen das rVV (Antikörper Titer (AT) >50% des Wertes vor Behandlung) wurde als Marker der humoralen Immunkompetenz auf Plasmaproben gemessen. Patienten wurden anhand der spezifischen CTL-Antwort gegen TAA (CTLp ≥ 2mal höher als vor Immuntherapie) als good responders (Antwort auf 3 oder 2 TAA) oder poor responders (Antwort auf 1 oder 0 TAA) eingeteilt.

Ergebnisse

18 von 20 Patienten konnten das intradermale Protokoll abschliessen. Alle Patienten des Stadiums III (5/5) entwickelten spezifische CTL gegen alle 3 TAA. Hingegen gehörten nur 6 von 13 Patienten des Stadiums IV zu den good responders (p<0.05). Eine humorale Antwort gegen das rVV wurde bei allen Patienten des Stadium III beobachtet, hingegen nur bei 6 von 13 Patienten des Stadiums IV (p<0.05). Es bestand eine signifikante Korrelation zwischen der humoralen Antwort gegen das rVV und dem Responder-Status (AT < 50% und poor responder bzw. AT > 50% und good responder, p<0.05). Die CTLp gegen Influenza von Patienten der Stadium IV war 4mal tiefer als bei gesunden Probanden (p<0.05), mit Ausnahme einer Patientin in kompletter Remission nach Immuntherapie mit einer CTLp gegen Influenza im Normbereich. Die aktuell laufende Studie mit intranodaler Verabreichung wies mehr good responders unter den Patienten des Stadium IV auf als nach intradermaler Verabreichung (6/7 Versus 6/13, p<0.05).

Schlussfolgerung

Melanompatienten des Stadium III weisen eine höhere Immunkompetenz und somit ein besseres Ansprechen auf die aktive spezifische Immuntherapie auf. Eine humorale Antwort gegen das rVV verhindert die Induktion von CTL gegen Melanomantigene nicht, sondern korreliert mit ihr. Die intranodale Verabreichung zeigt eine höhere Ansprechrate als die intradermale Verabreichung bei Melanompatienten des Stadium IV. Zusammenfassend ist die Immunkompetenz ein wichtiger Marker für das Ansprechen der Immuntherapie und könnte deshalb ein bedeutendes Einschlusskriterium darstellen.