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122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

05. bis 08.04.2005, München

Gesundheitsbezogene Lebensqualität nach orthotoper Lebertransplantation: Erfahrungen aus Bern

Meeting Abstract

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  • corresponding author Y.K. Vashist - Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie; Inselspital Bern, Bern, Schweiz
  • M. Wagner - Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie; Inselspital Bern, Bern, Schweiz
  • D. Candinas - Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie; Inselspital Bern, Bern, Schweiz
  • C. Seiler - Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie; Inselspital Bern, Bern, Schweiz

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 05.-08.04.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05dgch3153

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2005/05dgch345.shtml

Veröffentlicht: 15. Juni 2005

© 2005 Vashist et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Die Lebertransplantation (LTx) ist heute die Therapie der Wahl bei terminalem Leberleiden. Durch die drastisch sinkende Mortalität und Morbidität bei gleichzeitig steigendem Langzeitüberleben gilt die LTx heute als Routineverfahren in vielen Transplantationszentren und 1-Jahres-Überlebensraten von über 90% sind von mehreren Zentren erreicht worden. Neben dem Langzeitüberleben sind heute aber auch Fragen nach der Lebensqualität (LQ) zunehmend ins Zentrum des Interesses gerückt und mehrere Messinstrumente zur Erfassung der Lebensqualität wurden bei Lebertransplantierten angewendet. Da die LQ ein multidimensionaler, stark subjektiv eingefärbter Parameter ist, zeigen die verschiedenen Erfassungsmethoden erhebliche Unterschiede und erschweren die Vergleichbarkeit verschiedener Studien. Der Karnofsky-Index (KI), der Sickness-Impact-Profile (SIP) und der Visual-Analog-Scale (VAS) sind validierte und krankheitsunabhängige Methoden um die LQ als Gesamtparameter sowie in verschiedenen Unterdimensionen zu erfassen.

Material und Methoden

Zwischen Juni 1991 und Juni 2002 wurden 154 LTx bei 45 Frauen und 109 Männern am Inselspital Bern durchgeführt. Das mediane Alter betrug 51 (range 18-69) Jahre. Die LQ der Patienten wurde aus einer prospektiv erfassten Datenbank aller LTx-Patienten retrospektiv selektioniert und vor der LTx sowie ein Jahr danach mittels KI, SIP und VAS analysiert. Zusätzlich wurde in einer Subgruppe die LQ von alters- und geschlechtsidentischen gesunden Probanden erfasst und mit den LTx-Patienten verglichen.

Ergebnisse

Der mittlere KI vor der LTx lag bei unserem Patientengut bei 40,5 ± 13,7 und verbesserte sich auf 93,8 ± 10,26 ein Jahr nach LTx (p < 0,001). Auch der VAS zeigte eine signifikante Verbesserung der LQ nach LTx (von 17.01 auf 21.3; p = 0.028). Die LQ der Patienten 1-Jahr nach LTx erreichten identische Werte wie diejenige von gesunden alters- und geschlechtsidentischen Probanden. Der totale SIP-Score nach LTx lag ebenfalls im identischen Bereich von gesunden alters- und geschlechtsidentischen Probanden. Im Gegensatz zu VAS und KI zeigte der SIP aber keine signifikante Verbesserung nach LTx im Vergleich zu vor der LTx erhobenen Werten (p = 0.42). Auch die Analyse der Unterparameter allgemeine LQ, physischer Status und psychischer Status des SIP konnte keine signifikante Unterschiede vor und nach LTx aufzeigen.

Schlussfolgerung

Die Erfassung der LQ nach LTx ist ein zunehmend wichtiger Erfassungswert und erlaubt eine qualitative Einschätzung des Überlebens nach LTx in Bezug auf die Reintegration der Patienten in ihre Sozial, Familien- und Berufswelt. Damit ermöglicht die LQ eine präzisere Relativierung der direkten Behandlungskosten einer LTx. Unsere Ergebnisse zeigen anhand von verschiedenen Messinstrumenten (KI, SIP und VAS) die sich gegenseitig korroborieren, dass die LQ nach LTx die LQ von gesunden alters- und geschlechtsidentischen Vergleichspersonen erreichen kann. Dabei erscheinen sowohl der KI als der VAS Score sensitivere Erfasssungswerkzeuge zu sein als der SIP.