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122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

05. bis 08.04.2005, München

Die Prävalenz der APC-Resistenz bei gefäßchirurgischen Patienten und ihr Einfluss auf den perioperativen Verlauf

Meeting Abstract

  • corresponding author M. Aleksic - Schwerpunkt Gefäßchirurgie, Klinik und Poliklinik für Visceral- und Gefäßchirurgie, Universität zu Köln
  • J. Heckenkamp - Schwerpunkt Gefäßchirurgie, Klinik und Poliklinik für Visceral- und Gefäßchirurgie, Universität zu Köln
  • M. Gawenda - Schwerpunkt Gefäßchirurgie, Klinik und Poliklinik für Visceral- und Gefäßchirurgie, Universität zu Köln
  • K. Wielckens - Institut für Klinische Chemie, Universität zu Köln
  • J. Brunkwall - Schwerpunkt Gefäßchirurgie, Klinik und Poliklinik für Visceral- und Gefäßchirurgie, Universität zu Köln

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 05.-08.04.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05dgch2493

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2005/05dgch277.shtml

Veröffentlicht: 15. Juni 2005

© 2005 Aleksic et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Die APC-Resistenz stellt unter den Thrombophilien die häufigste Ursache für venöse Thrombosen dar, wohingegen ihre Prävalenz bei Patienten mit einer Arteriosklerose noch nicht sicher bestimmt ist. Auch ist insbesondere der Einfluss auf Bypassverschlüsse umstritten, was anhand der folgenden prospektiven, klinischen Studie untersucht werden soll.

Material und Methoden

Zwischen Januar und Dezember 2003 wurden bei 311 Patienten (Gruppe A), von denen 240 an einer AVK litten und 71 aufgrund eines BAA behandelt wurden, ein funktioneller Test auf APC-Resistenz durchgeführt. Bei positiven Test wurde in ausgewählten Fällen zusätzlich eine Genanalyse zum Nachweis einer Faktor V-Leiden Mutation veranlasst. Es handelte sich um 228 Männer und 83 Frauen mit einem Durchschnittsalter von 65 Jahren (20 - 88 Jahre). 260 dieser Patienten wurden einer gefäßchirurgischen oder radiologischen Therapie zugeführt. Die übrigen 51 Patienten wurden lediglich medikamentös behandelt. Während des Nachuntersuchungszeitraum, der im Durchschnitt 8 Monate (1-31 Monate) betrug, wurden der Gefäßstatus, die Bypassdurchgängigkeit und die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen erfasst. Als Vergleichsgruppe (Gruppe B) dienten 207 gesunde Probanden.

Ergebnisse

Die Prävalenz einer funktionellen APC-Resistenz betrug in Gruppe A 11% (33/311), die keine Unterschiede bezüglich Geschlecht (11% bei Männern, 10% bei Frauen) oder der Art der Gefäßerkrankung (12% bei AVK, 7% bei BAA) aufwies. Bei 8% der Kontrollpersonen in Gruppe B (16/207) wurde eine funktionelle APC-Resistenz gefunden, was nicht von Gruppe A abwich (p=0,272). Alle Patienten erhielten eine Thromboseprophylaxe mittels eines niedermolekularen Heparins. Unter 21 Patienten, die wegen eines verschlossenen Bypass behandelt wurden, fand sich bei 3 (14%) eine pathologische APC-Resistenz. 30 der 290 Patienten, die keinen Bypassverschluss in der Vorgeschichte aufwiesen hatten eine APC-Resistenz (10%). Das bedeutet, dass ein Bypassverschluss nicht häufiger bei Patienten mit nachgewiesener APC-Resistenz auftrat (p=0,476). Bei 5 von 260 Patienten, die entweder einer Operation oder radiologischen Intervention unterzogen wurden, kam es postoperativ zu einem Bypass- bzw. Gefäßverschluss (19%). Keiner dieser Patienten zeigte eine APC-Resistenz. Auch waren keine thrombotischen Komplikationen unter den 29 Patienten aufgetreten, bei denen eine APC-Resistenz nachzuweisen war.Kontrolluntersuchungen konnten bei 306 Patienten durchgeführt werden. Bei 16 (5%) war im Verlauf ein arterieller Verschluss festzustellen. Zweimal lag hier eine APC-Resistenz vor.

Schlussfolgerung

Die in dieser Studie gefundene Prävalenz der APC-Resistenz unter Patienten mit Gefäßerkrankungen ist mit der in der Literatur angegebenen vergleichbar und unterscheidet sich nicht wesentlich von gesunden Probanden. Eine APC-Resistenz war weder mit früheren, noch mit einer postoperativ erhöhten Rate an Bypassverschlüssen assoziiert.