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122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

05. bis 08.04.2005, München

Entwicklung eines Interphase-FISH-Systems zur Detektion chromosomaler Aneuploidien und Genalterationen im Pankreassekret

Meeting Abstract

  • corresponding author M. Baumgart - Klinik für Allgemeinchirurgie, Universitätsklinikum Göttingen
  • J.G. Scharf - Abteilung für Gastroenterologie, Universitätsklinikum Göttingen
  • H. Schwörer - Abteilung für Gastroenterologie, Universitätsklinikum Göttingen
  • O. Horstmann - Klinik für Allgemeinchirurgie, Universitätsklinikum Göttingen
  • G. Ramadori - Abteilung für Gastroenterologie, Universitätsklinikum Göttingen
  • H. Becker - Klinik für Allgemeinchirurgie, Universitätsklinikum Göttingen
  • B.M. Ghadimi - Klinik für Allgemeinchirurgie, Universitätsklinikum Göttingen

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 05.-08.04.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05dgch2938

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2005/05dgch248.shtml

Veröffentlicht: 15. Juni 2005

© 2005 Baumgart et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Das Ziel dieser Studie war es, ein multitarget, multicolor Fluoreszenz in situ Hybridisierungs (FISH) Assay zu entwickeln, um Karzinomzellen im Pankreassekret zu detektieren. Duktale Adenokarzinome des Pankreas sind in einem hohen Maß aneuploid. Auf der Basis von CGH-Studien an Zellinien und Karzinomen des Pankreas haben wir FISH-Sonden entwickelt, um rekurrente chromosomale Aneuploidien und Amplifikationen von Onkogenen direkt in Interphasekernen sichtbar zu machen.

Material und Methoden

Als Locus-spezifische Sonden wurden BAC-Sequenzen für die Genregionen von EGFR (7p12) , cMYC (8q24), erbB2 (17q21) und AIB1 (20q12) ausgewählt. Als interne Kontrolle wurden Zentromer-Proben der Chromosomen 7, 8, 17 und 20 verwendet. Die Effizienz der fluoreszenzmarkierten Sonden wurde an Metaphase-Präparationen getestet, um Kreuz- bzw. Fehlhybridisierungen auszuschließen. In der Folge untersuchten wir 4 Pankreaskarzinom-Zelllinien (Mia-PaCa2, Panc1, Capan1, Su86.86) sowie endoskopische Proben von 20 Patienten mit chronischen Pankreatitiden. Bei den klinischen Proben wurden bei allen Patienten 400-500 Einzelzellen ausgezählt.

Ergebnisse

Die Spezifität der Sonden konnte an den Metaphase-Chromosomen eindeutig nachgewiesen werden. An Lymphozyten Interphase-Präparationen von gesunden Spendern konnten wir für alle Gen- und Zentromer-Sonden in 98% der Kerne jeweils zwei Signale pro Chromosom detektieren. Zudem zeigte sich bei Analyse der Zelllinien, dass weniger als 35% der untersuchten Zellen diploide Signale für alle verwendeten Zentromer-Sonden aufwiesen, was den publizierten Daten entspricht. Die Untersuchung der Patientensekrete ergab für 85 bis 90 % der Zellen einen diploiden Chromosomensatz. Diese Ergebnisse konnten durch DNA-Cytometrie bestätigt werden.

Schlussfolgerung

Mit unserem Proben-Panel sind wir in der Lage, die für Pankreaskarzinome typischen chromosomalen Alterationen zu detektieren. Die Funktionstüchtigkeit der Sonden konnte auch an Sekreten gezeigt werden. Nachbeobachtungen der Pankreatitis-Patienten werden zeigen, inwieweit eine Veränderung des Ploidiestatus auf Malignität hinweisen kann. Wir erhoffen uns, durch weitere Untersuchungen eine prognostische Einstufung der Zell-Ploidie für die Karzinomentstehung zu ermöglichen.