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122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

05. bis 08.04.2005, München

Rezidivrate und prognostische Faktoren der Rezidiventstehung nach konservativer Therapie der akuten unkomplizierten Sigmadivertikulitis

Meeting Abstract

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  • corresponding author S. Jaeschke-Melli - AK Barmbek, I. Chirurgische Abteilung, Hamburg, Deutschland
  • A. Wagner - AK Barmbek, I. Chirurgische Abteilung, Hamburg, Deutschland
  • E. Gross - AK Barmbek, I. Chirurgische Abteilung, Hamburg, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 05.-08.04.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05dgch2661

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2005/05dgch244.shtml

Veröffentlicht: 15. Juni 2005

© 2005 Jaeschke-Melli et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Die Indikation zur frühelektiven chirurgischen Therapie der akuten unkomplizierten Sigmadivertikulitis wird nicht allgemein anerkannt, während die Resektion beim Rezidiv nach konservativer Therapie häufig praktiziert wird. Bei der unzureichenden Datenbasis dieser klinischen Praxis erschien die Untersuchung des natürlichen Verlaufs nach konservativer Therapie der akuten Sigmadivertikulitis und von Patientenmerkmalen mit möglichem Einfluß auf die Rezidiventstehung naheliegend.

Material und Methoden

In einem 10 Jahreszeitraum (1989-1999) wurden 371 Patienten wegen Sigmadivertikulitis stationär behandelt. 298 Patienten (80,3 %) antworteten auf eine Befragung nach einem Rezidiv, der Therapieart des Rezidivs, Laxantieneinnahme und Einhalten einer ballastdtoffreichen Diät. Bei einem Kollektiv von 112 konservativ therapierten Patienten (37,5 %) wurde die Rezidivrate, der Zeitpunkt der Manifestation des Rezidivs innerhalb des Beobachtungszeitraums und die Therapieart ermittelt. Dazu wurde der mögliche Einfluß des Alters > 60 bzw. < 60 Jahren, der Anamnese hinsichtlich eines Rezidivs, der Laxantieneinnahme und der ballaststoffreichen Diät auf die Rezidiventstehung untersucht.

Ergebnisse

32 der konservativ behandelten Patienten entwickelten ein Rezidiv (28,6 %). 69 % der Rezidive manifestierten sich innerhalb des ersten Jahres nach konservativer Therapie. 18 der 32 Patienten (59 %)wurden konservativ, 14 (41 %, d.h. 11,6 % des gesamten Kollektivs von 112) operativ behandelt. Das mittlere rezidivfreie Überleben betrug 48,5 Monate. Patienten < 60 Jahren hatten signifikant häufiger Rezidive, als Patienten > 60 Jahre (p<0,009) während das Geschlecht, die Laxantieneinnahme und die ballaststoffreiche Diät keinen Einfluß auf die Rezidiventstehung zeigten. Patienten, die bereits wegen eines Rezidivs konservativ therapiert wurden, entwickelten tendenziell häufiger Rezidive.

Schlussfolgerung

Eine frühelektive Operation der akuten unkomplizierten Sigmadivertikulitis erscheint nicht gerechtfertigt, da nur mit 11,6 % im eigenen Krankengut ein kleiner Teil wegen eines Rezidivs operiert werden muß. Notfalloperationen wegen eines Rezidivs sind ebenfalls sehr selten. Dagegen sollten Patienten < 60 Jahren aufgrund des signifikant höheren Rezidivrisikos nach der Erstmanifestation operiert werden. Das von der Tendenz höhere Rezidivrisiko nach der konservativen Therapie eines Rezidivs ist ein Argument für derzeitige klinische Praxis der Resektion nach einem Rezidiv. Die derzeit empfohlene ballaststoffreiche Diät zur Vermeidung eines Rezidivs hat, nach der eigenen Untersuchung keinen Effekt.