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122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

05. bis 08.04.2005, München

Hypermethylierung von hMLH1, HPP1, p14ARF, p16INk4A und APC bei Primären Adenocarcinomen des Dünndarms

Meeting Abstract

  • corresponding author B.L.D.M. Brücher - Chirurgische Klinik der Technischen Universität München, München, Deutschland
  • H. Höfler - Pathologie der Technischen Universität München, München, Deutschland
  • J.R. Siewert - Chirurgische Klinik der Technischen Universität München, München, Deutschland
  • M. Sarbia - Pathologie der Technischen Universität München, München, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 05.-08.04.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05dgch3865

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2005/05dgch235.shtml

Veröffentlicht: 15. Juni 2005

© 2005 Brücher et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Primäre Adenocarcinome des Dünndarms sind selten. Epigenetische Alterationen, wie eine Hypermethylierung in Mismatch Reparaturgenen und in Tumorsupressorgenen scheinen relevant für die Karzinogenese im Gastrointestinaltrakt zu sein, sind aber bislang bei dieser Tumorentität nicht untersucht. Wir untersuchten der Prävalenz der Hypermethylierung von hMLH1, HPP1, p14ARF, p16INk4A und APC bei primären Dünndarmkarzinomen und Vergleich mit dem Hyperemthylierungsspektrum in Adenokarzinomen des Magens.

Material und Methoden

Paraffin-eingebettete Tumorproben von 27 primären Adenocarcinomen des Dünndarms und von 50 Adenokarzinomen des Magens, die zwischen Januar 1987 und Dezember 2003 primär reseziert worden waren, gingen in die Untersuchung ein. Die Hypermethylierung von hMLH1, HPP1, p14ARF, p16INk4A und APC wurde mittels Methylierungs-spezifischer real-time PCR untersucht.

Ergebnisse

Primäre Adenocarcinome des Dünndarms wiesen eine signifikant höhere Hypermethylierungsrate an HPP1 (78% vs. 54%, p=0.039), p16INk4A (30% vs. 10%, p=0.023) und eine niedrigere Rate an APC (59% vs. 84%, p=0.016) im Vergleich zu Magencarcinomen auf. Im Gegensatz dazu zeigte sich bei den Dünndarmkarzinomen keine Korrelation zwischen Hypermethylierung und der Tumorsublokalisation (Duodenum vs. Jejunum), sowie den meisten klinisch-pathologischen Parametern, wie Alter, Geschlecht, Grading, WHO-Klassifikation, Lauren-Klassifikation oder pTNM-Kategorien. Tumoren in lokal fortgeschrittenen Stadien (pT3/4) zeigten eine signifikant höhere Hypermethylierungsrate von HPP1 (86%), verglichen zu frühen Tumorstadien (pT1/2 – 40%) (0,042).

Schlussfolgerung

Unsere Untersuchungen zeigen, dass die Hypermethylierung von hMLH1, HPP1, p14ARF, p16INk4A und APC in primären Adenocarcinomen des Dünndarms häufig nachweisbar ist. Die Unterschiede im Hypermethylierungsspektrum zwischen Dünndarm- und Magenkarzinomen weisen auf signifikante epigenetische Unterschiede zwischen beiden Tumorentitäten hin.