gms | German Medical Science

122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

05. bis 08.04.2005, München

Rolle von Hämoxygenase-1 bei Leberschädigung durch Tetrachlorkohlenstoff-Intoxikation

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

  • corresponding author M. Eisold - Abteilung für Experimentelle Chirurgie, Universität Rostock, Rostock, Deutschland
  • C. Eipel - Abteilung für Experimentelle Chirurgie, Universität Rostock, Rostock, Deutschland
  • B. Vollmar - Abteilung für Experimentelle Chirurgie, Universität Rostock, Rostock, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 05.-08.04.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05dgch2540

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2005/05dgch200.shtml

Veröffentlicht: 15. Juni 2005

© 2005 Eisold et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielf&aauml;ltigt, verbreitet und &oauml;ffentlich zug&aauml;nglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Einleitung

Der Metabolismus von Tetrachlorkohlenstoff (CCl4) führt über Destruktion von Cytochrom P-450 zur Erhöhung von freiem Häm in den hepatozellulären Mikrosomen. Als Enzym, welches nicht nur den letzten Schritt des Abbaus von Häm mit Freisetzung äquimolarer Mengen an Eisen, vasodilativem Kohlenmonoxid und anti-oxidativem Biliverdin katalysiert, sondern auch durch Häm induzierbar ist, könnte die Hämoxygenase (HO)-1 von wesentlicher Bedeutung für das Ausmaß der Leberschädigung bei akuter CCl4-Vergiftung sein.

Material und Methoden

In einer ersten Serie an Tieren wurde die Kinetik der HO-1 Proteinexpression über 24h nach CCl4-Intoxikation (2.5ml/kg sc; 1:1 v/v in Olivenöl) mittels Western-Blotanalyse erfasst. Nachfolgend wurden insgesamt 24 Tiere 12h nach CCl4-Intoxikation hinsichtlich entzündlicher Antwort und Leberschädigung mittels intravitaler Fluoreszenzmikroskopie untersucht. Dabei waren 8 Tiere mit einem HO-1 Induktor (40µmol/kg Hämin ip -6h; Hämin/CCl 4 ), weitere 8 Tiere mit einem HO-1 Inhibitor (50µmol/kg SnPP-IX ip -18h; SnPP-IX/CCl 4 ) und entsprechende Kontrolltiere (n=8; CCl 4 ) mit der Trägersubstanz PBS vorbehandelt. Weitere 8 Tiere erhielten lediglich Olivenöl als Trägerlösung von CCl4 (n=8; Kontrolle). Zusätzlich erfolgte in allen Tieren die Western-Blotanalyse von HO-1 Protein im Lebergewebe. Mittelwert±SEM.

Ergebnisse

CCl4-Intoxikation führt zur Induktion der HO-1 Expression mit einem Maximum nach 12h und war durch signifikante (p<0.05) Erhöhung der Leukozyten-Akkumulation in Venolen (250±34 Zellen/mm2), der hepatozellulären Apoptose (9±2 Zellen/mm2) und des Perfusionsausfalls (8.7±2.0%) gegenüber Olivenöl-behandelten Kontrolltieren (30±7, 3±1 und 1.7±0.4) gekennzeichnet. In Hämin-vorbehandelten Tieren zeigte sich eine weitere Zunahme der HO-1 Expression 12h nach CCl4 bei signifikanter Verbesserung aller Parameter der Leberschädigung. Vice versa führte die Inhibition der CCl4-induzierten HO-1 Hochregulation durch Vorbehandlung mit SnPP-IX zur massiven Aggravierung vor allem der inflammatorischen Antwort auf CCl4 mit einer venulären Leukozytenadhärenz von 476±96 Zellen/mm2 und Zunahme der hepatozellulären Apoptose auf 15±2 Zellen/mm2.

Schlussfolgerung

Die CCl4-assoziierte Hochregulation von HO-1 kann als adaptive Antwort interpretiert werden, welche von kritischer Bedeutung für das Ausmaß der Toxin-induzierten Leberschädigung ist. Unsere Ergebnisse zeigen, dass HO-1 bei CCl4-Intoxikation Protektion vermittelt und sollte daher als Target-Enzymsystem bei Therapie der Leberschädigung durch CCl4 zukünftig in Betracht gezogen werden.