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122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

05. bis 08.04.2005, München

Veränderungen der kognitive Hirnleistung nach Carotisendarteriektomie

Meeting Abstract

  • corresponding author M. Aleksic - Schwerpunkt Gefäßchirurgie, Klinik und Poliklinik für Visceral- und Gefäßchirurgie, Universität zu Köln
  • W. Huff - Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universität zu Köln
  • B. Hoppmann - Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universität zu Köln
  • K. Pukrop - Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universität zu Köln
  • J. Heckenkamp - Schwerpunkt Gefäßchirurgie, Klinik und Poliklinik für Visceral- und Gefäßchirurgie, Universität zu Köln
  • J. Brunkwall - Schwerpunkt Gefäßchirurgie, Klinik und Poliklinik für Visceral- und Gefäßchirurgie, Universität zu Köln

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 05.-08.04.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05dgch2495

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2005/05dgch181.shtml

Veröffentlicht: 15. Juni 2005

© 2005 Aleksic et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Obwohl nach Carotisendarteriektomie (CEA) die zerebrale Perfusion erhöht ist, konnte eine dadurch mögliche Verbesserung der kognitiven Funktionen bislang nicht sicher nachweisen werden. Teilweise wird sogar über eine Verschlechterung der Hirnleistung nach CEA berichtet, die auf perioperativ aufgetretene zerebrale Embolien als auch auf ischämische Komplikationen während der Abklemmphase zurückgeführt werden könnten.

Material und Methoden

Bei 32 Patienten erfolgte eine CEA in Lokalanästhesie aufgrund einer hochgradigen, einseitigen A. carotis interna Stenose. Präoperativ, am 3.-5. postoperativen Tag sowie 3-6 Monate nach der Operation (Follow-up) wurden kognitive Tests durchgeführt, die das Arbeits- und Kurzzeitgedächtnis, die visuo-motorischen Koordination und das verbale Lernen und Gedächtnis überprüften.Zusätzlich wurden Angst- und Depressionswerte durch Fremd- und Eigenbeurteilungsskalen gemessen. Es wurden lediglich neurologisch asymptomatische Patienten bzw. Patienten ohne permanentes Defizit untersucht. Die Resultate wurden mit 21 Kontrollpatienten verglichen, bei denen wegen einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit eine Revaskularisation in Regionalanästhesie erfolgt war. Bei diesen Patienten war zuvor eine hämodynamisch relevante Carotisstenose ausgeschlossen worden.

Ergebnisse

Bezüglich Geschlecht und primärer Intelligenz bestanden bei Aufnahme keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen. Die Kontrollpatienten waren allerdings jünger (62 vs. 68 Jahre, p<0,05). Bei den kognitiven und neuropsychiatrischen Tests fanden sich vergleichbare Ausgangswerte. Nach CEA waren keine neurologischen Defizite aufgetreten. Diese Patienten hatten zum Follow-up teilweise bessere Testergebnisse als postoperativ aufgewiesen, jedoch das präoperative Niveau nicht wiedererreicht. Angst- und Depressionswerte waren direkt postoperativ reduziert und blieben auch während des Follow-up verbessert.Bei den Kontrollpatienten war zum Follow-up im Vergleich zur präoperativen Ausgangslage insgesamt eine höhere Leistung in den kognitiven Tests festzustellen. Die postoperativ verbesserten Angst- und Depressionswerte lagen zum Follow-up wieder im präoperativen Bereich. Nach Anwendung des Allgemeinen Linearen Models für Testwiederholungen fanden sich im Gruppenvergleich auch unter Berücksichtigung der differierenden Altersverteilung keine signifikanten Unterschiede bezüglich der beobachteten Veränderungen der kognitiven als auch affektiven Funktionen.

Schlussfolgerung

Nach Ausschluss beeinflussender Faktoren und im Vergleich zu einer adäquaten Kontrollgruppe konnte weder eine signifikante Verbesserung noch Verschlechterung der Hirnleistung nach CEA nachgewiesen werden.