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122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

05. bis 08.04.2005, München

PET – Diagnostikum im Rahmen der Behandlung der Osteitis?

Meeting Abstract

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  • corresponding author M. Militz - BG-Unfallklinik Murnau
  • R. Linke - Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Klinikum Großhadern der Universität München, München

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 05.-08.04.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05dgch3638

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2005/05dgch045.shtml

Veröffentlicht: 15. Juni 2005

© 2005 Militz et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Ist die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) mit 18-F-Fluordesoxyglukose (FDG) ein geeignetes diagnostisches Verfahren im Rahmen der Behandlung der Osteitits?

Material und Methoden

Im Zeitraum von 02/2000 bis 5/2004 wurden 120 Patienten mit einer Osteitis im Rahmen einer prospektiven klinischen Verlaufsstudie untersucht. Es handelte sich um 31 Frauen und 89 Männer mit einem Durchschnittalter von 46 Jahren (min. 17 Jahre – max. 79 Jahre). Unter der Fragestellung einer Osteitis erfolgte die PET. Wurde im weiteren Verlauf eine operative Revision vorgenommen, so erfolgte die Komplettierung der Diagnostik mit bakteriologischem Abstrich und histologischer Untersuchung.

Ergebnisse

Bei 73 Patienten (61%) erbrachte die PET einen positiven Befund. Dieser führte in 57 Fällen (78%) zur operativen Revision. Im Rahmen der Operationen wurden bakteriologische Abstriche entnommen und waren in 59 % (n=34) positiv. Bei den positiven Abstrichen wurden St. Aureus mit 53% (n=18) und St. Epidermidis mit 17% (n=6) nachgewiesen.Die Patienten,bei welchen im Rahmen der PET ein negativer Befund erhoben wurde (n=47) erfolgte in 17 Fällen (36 %) eine OP. Bei diesen Patienten wurde in 5 Fällen (30%) ein positiver bakteriologischer Befund erhoben, in 12 Fällen (70%) war der bakteriologische Befund negativ. Bei dem positiven bakteriologischen Befund handelte es sich in 4 Fällen um St. Epidermidis, einmal wurde Proteus mirabilis nachgewiesen.

Schlussfolgerung

Anhand der vorliegenden Untersuchungsergebnisse läßt sich feststellen, dass die PET eine wertvolle Ergänzung des diagnostischen Spektrums bei der Osteitis darstellt. In 46% der Fälle fanden wir bei positiver PET auch einen positiven bakteriologischen Befund. Bei negativer PET wurden lediglich in 10% der Fälle positive bakteriologische Befunde erhoben. Damit erscheint ein positiver bakteriologischer Befund bei postiver PET ca 4x wahrscheinlicher, als bei negativer PET.Wesentlich für die chirurgische Therapie der Osteitis ist auch die Darstellung des Osteitisherdes in 3 Ebenen im Ergebnis der PET, wodurch eine Minimierung des Defektes im Zuge der Sanierungsmaßnahmen möglich ist.