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122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

05. bis 08.04.2005, München

G-CSF verbessert das postoperative Outcome von Hochrisikopatienten nach Operation aufgrund eines kolorektalen Karzinoms

Meeting Abstract

  • corresponding author A. Bauhofer - Institut für Theoretische Chirurgie, Philipps-Universität Marburg
  • U. Plaul - Klinik für Visceral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Philipps-Universität Marburg
  • B. Stinner - Klinik für Visceral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Elbe Kliniken Stade
  • A. Torossian - Klinik für Anästhesie und Intensivtherapie, Philipps-Universität Marburg
  • I. Celik - Institut für Theoretische Chirurgie, Philipps-Universität Marburg
  • M. Koller - Institut für Theoretische Chirurgie, Philipps-Universität Marburg
  • W. Lorenz - Institut für Theoretische Chirurgie, Philipps-Universität Marburg

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 05.-08.04.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05dgch3154

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2005/05dgch024.shtml

Veröffentlicht: 15. Juni 2005

© 2005 Bauhofer et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Der Granulozyten-Kolonie stimulierende Faktor (G-CSF) ist ein hämatopoetisches Zytokin, das vielfach zur Vermeidung von Neutropenien und ihren Komplikationen bei Tumorpatienten eingesetzt wird. Wie jüngst in einer systematischen Übersichtsarbeit gezeigt wurde kann G-CSF das Gesamtüberleben und die Remissionsrate bei Patienten mit einem malignen Lymphom nicht verbessern, aber der Faktor hat eine positive Wirkung auf Begleiterkrankungen wie Infektionen. In wieweit eine G-CSF Prophylaxe das postoperative Outcome von chirurgischen Horchrisikopatienten verbessern kann war Ziel dieser Studie.

Material und Methoden

Zur Überprüfung der Fragestellung führten wir eine prospektive, doppelblinde, randomisierte, multizentrische, klinische Studie bei 80 Risikopatienten (ASA 3 und 4) mit kolorektalen Eingriffen durch. Die Patienten wurden in einem 2 x 2 faktoriellen Studiendesign in die 4 Gruppen randomisiert: G-CSF plus Cefuroxim/Metronidazol (Cef/Met), G-CSF plus Ofloxacin/Metronidazol (Ofl/Met), Plazebo plus Cef/Met, und Plazebo plus Ofl/Met. G-CSF wurde prophylaktisch am Tag vor der Operation und in den zwei darauffolgenden Tagen in einer Dosis von 300 µg s.c. verabreicht. Die Lebensqualität (LQ) wurde vor OP, bei Krankenhausentlassung, 2 und 6 Monate nach der Operation mit dem EORTC QLQ C30 und dem Modul C38 für kolorektale Erkrankungen erfasst.

Ergebnisse

Im Studienzeitraum von 2 Jahren erhielten 162 Patienten (ASA 3 and 4) eine linksseitige Operation aufgrund eines kolorektalen Karzinoms in den drei beteiligten Studienzentren. Von den 162 Patienten erfüllten 80 die Einschlusskriterien. Bei Krankenhausentlassung war die globale LQ, das Familienleben, die Belastbarkeit im Alltag am besten (Maximum 100 Punkte), der negative Affekt und der Schmerz am geringsten in der G-CSF plus Cef/Met Gruppe. ANOVA p ≥ 0,5, #p < 0,5 versus Plazebo Cef/Met, *p < 0.5 versus Plazebo Ofl/Met. [Tab. 1]

Schlussfolgerung

Durch Prophylaxe mit G-CSF kann die postoperative Lebensqualitä von Hochrisikopatienten mit einem kolorektalen Karzinom verbessert werden. Der G-CSF Effekt ist abhängig vom verwendeten Antibiotikum. Die klinische Komplexizität ist somit entscheidend für die Effektivität.