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122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie

05. bis 08.04.2005, München

Alter über 75 Jahre: Indikation oder Kontraindikation für die laparoskopische kolorektale Chirurgie?

Meeting Abstract

  • corresponding author C. Blumberg - Klinik für Chirurgie, Universität Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Lübeck, Deutschland
  • O. Schwandner - Klinik für Chirurgie, Universität Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Lübeck, Deutschland
  • S. Farke - Klinik für Chirurgie, Universität Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Lübeck, Deutschland
  • H.-P. Bruch - Klinik für Chirurgie, Universität Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Lübeck, Deutschland

Deutsche Gesellschaft für Chirurgie. 122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. München, 05.-08.04.2005. Düsseldorf, Köln: German Medical Science; 2005. Doc05dgch2521

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dgch2005/05dgch002.shtml

Veröffentlicht: 15. Juni 2005

© 2005 Blumberg et al.
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Gliederung

Text

Einleitung

Ziel der vorliegenden Studie war es, die Ergebnisse der laparoskopischen kolorektalen Chirurgie bei über 75-Jährigen zu evaluieren.

Material und Methoden

Die Daten von 1052 laparoskopischen kolorektalen Eingriffen wurden in einem prospektiven Register gespeichert und altersabhängig (Gruppe I Patienten bis 75 Jahre, n = 867, Gruppe II über 75 Jahre, n = 185) retrospektiv ausgewertet.

Ergebnisse

Es bestand zwischen beiden Gruppen kein signifikanter Unterschied in der Konversionsrate (Gruppe I: 56 / 6,5% vs. Gruppe II: 17 / 9,2%). Die Indikationen zur laparoskopischen Kolonchirurgie ergaben sich in Gruppe I am häufigsten bedingt durch Divertikulitis (274 / 31%), Outlet-Obstruktion (107 / 12,3%) und Prolaps mit Outlet-Obstruktion (63 / 7,3%). In der Gruppe der über 75-Jährigen standen die Divertikulitis (49 / 26,5%), das kolorektale Karzinom (36 / 19,5%) und die Outlet-Obstruktion (20 / 10,8%) im Vordergrund. Die daraus resultierenden häufigsten Eingriffe waren in der Gruppe der jüngeren Patienten die laparoskopische Sigmaresektion ( 310 / 35,8% ), die laparoskopische Sigmaresektion mit Rektopexie ( 125 / 14,4%) und laparoskopische anteriore Resektion ( 96 / 11,1%). In der Gruppe II waren dies die laparoskopische Sigmaresektion ( 44 / 23,8%), die laparoskopische Sigmaresektion mit Rektopexie ( 31 / 16,7% ) und die laparoskopische anteriore Resektion ( 31 / 16,7% ).Es bestanden weder signifikante Unterschiede bei der Operationszeit (196 min vs. 208 min), noch bei den Majorkomplikationen. Die Anzahl der Minorkomplikationen waren aufgrund der erhöhten Komorbidität der älteren Patienten (p = 0,018) signifikant erhöht. Die substituierte Blutproduktmenge (p = 0,002), als auch die Intensivliegezeit (p = 0,003) in Gruppe II waren signifikant erhöht. Auch die Liegezeit war in der Gruppe der über 75-Jährigen 16 Tagen gegenüber 12 Tagen in Gruppe I signifikant (p=0,0001) höher. Keine signifikanten Unterschiede bestanden im Kostaufbau und im Schmerzmittelverbrauch.

Schlussfolgerung

Die Ergebnisse der vorliegenden Studie zeigen, dass durch optimierte medikamentöse Therapie der Begleiterkrankungen präoperativ und das anästhesiologische bzw. intensivmedizinische Monitoring perioperativ, gerade ältere Patienten von der minimalinvasiven Operationsmethode profitieren. Somit stellt die laparoskopische kolorektale Chirurgie bei über 75-Jährigen kein erhöhtes Risiko dar.