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30. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2012)

11.01. - 14.01.2012, Nassfeld, Österreich

Der Stellenwert von Livopan bei akuten und subakuten Verletzungen

Meeting Abstract

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  • corresponding author G. Staubli - Leitender Arzt, Notfallstation Universitätskinderspital Zürich, Schweiz

Deutschsprachige Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung. 30. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2012). Nassfeld, Österreich, 11.-14.01.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dav82

DOI: 10.3205/12dav82, URN: urn:nbn:de:0183-12dav828

Veröffentlicht: 7. August 2012

© 2012 Staubli.
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Gliederung

Text

Die schnelle und effiziente Schmerztherapie ist ein Qualitätszeichen für eine gute Notfallstation – nicht nur bei Kindern! Die Situation bei Kindern ist schwieriger, da v. a. die kleineren Kinder nicht immer verbal kommunizieren können, dass sie Schmerzen haben oder die Eltern dem Kind kein Schmerzmittel geben wollen. Dazu kommt, dass die Schmerzmittel selbst von den Ärzten/Innen und dem Pflegepersonal oft nicht in einer genügend hohen Dosierung gegeben werden, da sie Angst vor allfälligen Nebenwirkungen haben.

In diesem Zusammenhang wird immer wieder nach einer Analgesie gesucht, die ohne Nebenwirkungen ist, die schnell wirkt, die einfach anzuwenden ist, die eine kurze Wirkungsdauer hat und wann immer möglich noch eine anxiolytische Komponente aufweist. In meinem Vortrag möchte ich die Mittel einer pädiatrischen Notfallstation zur Analgesie und Sedation vorstellen und insbesondere auf das Lachgas eingehen.

Lachgas wir seit über 150 Jahren zur Analgesie angewendet. In der Kinderanästhesie wird es nur noch selten verwendet, aber es wird auch weiterhin in der Geburtshilfe und in der Zahnmedizin in der Schweiz angewendet.

Zahlreiche Studien beweisen die Sicherheit und die Wirkung des Lachgas/Sauerstoffgemisches (Siehe Literatur) [1], [2], [3], [4], [5], [6], [7].

Auf unserer interdisziplinären Notfallstation verwenden wir Lachgas nun schon seit 2003. Die Ärzte/Innen, die Pflegenden und v. a. die Kinder möchten es nicht mehr missen. Interne Qualitätsstudien zeigten eine sehr hohe Zufriedenheit der Kinder, deren Eltern und des medizinischen Personales. Kurdauernde, schmerzhafte Prozeduren wie Lumbalpunktionen, Verbandswechsel etc. können mit Hilfe von Lachgas schmerz- und angstfrei gemacht werden.

In Kombination mit anderen Schmerzmitteln wie z.B. Fentanyl nasal können auch schmerzhaftere Eingriffe durchgeführt werden wie z.B. Repositionen von Frakturen oder das Débridement von kleinen Verbrühungen.

Somit ist das Livopan (Lachgas/Sauerstoffgemisch 50/50%) ein sehr gutes Analgetikum für eine Notfallstation, um bei Kindern kleinere, schmerzhafte Eingriffe durchführen zu können. Es gehört in meinen Augen in jede pädiatrische Notfallstation und hat bei guter Instruktion des Personals fast keine Nebenwirkungen.


Literatur

1.
Burnweit C, Diana-Zerpa JA, Nahmad MH, Lankau CA, Weinberger M, Malvezzi L, Smith L, Shapiro T, Thayer K. Nitrous oxide analgesia for minor pediatric surgical procedures: an effective alternative to conscious sedation? J Pediatr Surg. 2004 Mar;39(3):495-9; discussion 495-9. DOI: 10.1016/j.jpedsurg.2003.11.037 Externer Link
2.
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3.
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4.
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5.
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6.
Pena BM, Krauss B. Adverse events of procedural sedation and analgesia in a pediatric emergency department. Ann Emerg Med. 1999;34:483-491. DOI: 10.1016/S0196-0644(99)80050-X Externer Link
7.
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