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30. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2012)

11.01. - 14.01.2012, Nassfeld, Österreich

Einmal schwarz – immer schwarz?

Meeting Abstract

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  • corresponding author M. Höller - Brandverletzteneinheit, Univ. Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Medizinische Universität Graz
  • M. Trop - Brandverletzteneinheit, Univ. Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Medizinische Universität Graz

Deutschsprachige Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung. 30. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2012). Nassfeld, Österreich, 11.-14.01.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dav52

DOI: 10.3205/12dav52, URN: urn:nbn:de:0183-12dav521

Veröffentlicht: 7. August 2012

© 2012 Höller et al.
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Gliederung

Text

Die antiseptische und antimikrobielle Wirkung von Silber wird schon seit dem Altertum zur Wundbehandlung genützt. Noch in den Sechzigerjahren des 20 Jahrhunderts wurde Silbernitrat zur Behandlung von Brandwunden verbreitet eingesetzt. Wenig später jedoch durch die, in ihrer Handhabung, bessere Flammazine®-Creme (Silver-Sulfadiazine SSD) abgelöst. Aber auch Flammazine® wird immer mehr durch weiterentwickelte silberhaltige Verbandsmaterialien verdrängt. Nicht zuletzt sind die einfachere Handhabung und längere Wirkungsdauer der neuen Wundverbandstoffe triftige Gründe dafür.

Wir berichten über einen 17 Jahre alten Jungen, der sich eine 30%, gemischt dermale Verbrühung mit heißem Fett zugezogen hat. Der Patient wurde mit Acticoat-Verbänden versorgt, die alle 3 Tage regelmäßig gewechselt wurden. Nach 2 Wochen heilte die Wunde komplikationslos und narbenfrei ab. Was blieb war ein deutlich schwärzlicher Wundrandsaum. Dieser persistierte für mindestens 2 Jahre

Die Nachteile von silberhältigen Materialien sind sowohl systemische als auch lokale Reaktionen. Bei der chronischen Silberexposition kann es zur toxischen Akkumulation von Silber im menschlichen Körper kommen, was zur Argyrie führen kann. Dabei kommt es zu permanenter Blau-Graufärbung der Haut, Schleimhäute, Zehen-und Fingernägel infolge direkter Silbersalzgewebseinlagerungen sowie einer silberinduzierten Zunahme der Melaninkomplexe.

Die lokale schwärzliche Verfärbung der Haut nach der Applikation von silberhältigen Wundauflagen ist meistens passager und dadurch harmlos.