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30. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2012)

11.01. - 14.01.2012, Nassfeld, Österreich

Zunahme der morbiden Adipositas – welche Folgen hat diese Entwicklung bei der Versorgung von Schwerbrandverletzten?

Meeting Abstract

  • Ö. Senyaman - UK-SH Lübeck, Klinik für Plastische Chirurgie, Handchirurgie, Intensiveinheit für Schwerbrandverletzte
  • P.L. Stollwerck - UK-SH Lübeck, Klinik für Plastische Chirurgie, Handchirurgie, Intensiveinheit für Schwerbrandverletzte
  • D. Möllmeier - UK-SH Lübeck, Klinik für Plastische Chirurgie, Handchirurgie, Intensiveinheit für Schwerbrandverletzte
  • P. Mailänder - UK-SH Lübeck, Klinik für Plastische Chirurgie, Handchirurgie, Intensiveinheit für Schwerbrandverletzte
  • F. Siemers - UK-SH Lübeck, Klinik für Plastische Chirurgie, Handchirurgie, Intensiveinheit für Schwerbrandverletzte

Deutschsprachige Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung. 30. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2012). Nassfeld, Österreich, 11.-14.01.2012. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2012. Doc12dav29

DOI: 10.3205/12dav29, URN: urn:nbn:de:0183-12dav299

Veröffentlicht: 7. August 2012

© 2012 Senyaman et al.
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Gliederung

Text

Zunahme der morbiden Adipositas – welche Folgen hat diese Entwicklung bei der Versorgung von Schwerbrandverletzten?

Laut dem Statistischen Bundesamt waren 2009 in Deutschland sechzig Prozent der Frauen und vierzig Prozent der Männer übergewichtig. Eine krankhafte, starke Form von Übergewicht bezeichnet man als Adipositas. Im vergangenen Jahr litten hierzulande 16 Prozent der Männer und 14 Prozent der Frauen an dieser Erkrankung.Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht von einer weltweiten Fettsuchtepidemie. Der Trend zum Übergewicht steigt weiter an. Im Jahr 2015 werden weltweit nach Prognosen 2,3 Milliarden Menschen übergewichtig und rund 700 Millionen Menschen fettsüchtig sein.

Aus dieser Entwicklung lassen sich schon jetzt zunehmende Probleme bei der Versorgung von Schwerbrandverletzten absehen.

Selbst wenn Übergewichtige nur minimal thermische Verletzungen aufweisen, können deren Begleiterkrankungen und Komplikationen im Vergleich zu normalgewichtigen Patienten, mit gleichem Ausmaß thermischer Schäden, den Heilungsprozess deutlich prolongieren. Darüber hinaus sind zunehmende Schwierigkeiten im Rahmen der Diagnostik, Therapie, Lagerung und dem Transport zu erwarten.

Auf unserer Intensiveinheit für Schwerbrandverletzte konnten wir im vergangenen Jahr eine wachsende Zahl an morbiden adipösen Patienten beobachten.

Anhand einzelner Fallbeispiele wird die spezielle Problematik erläutert. Probleme, die sich während der Behandlung zeigten, waren pulmonale Insuffizienz mit verlängerten Beatmungs- und Weaningzeiten, septischer Schock und verlängerte Wundheilung mit der Notwendigkeit wiederholter operativer Eingriffe. Neben speziell angepassten Lagerungsmaßnahmen auf der Station und im OP werden weiterführende Aspekte wie Transportmodalitäten und Rehabilitationsmaßnahmen erörtert.

Fazit: Intensivstationen für Schwerbrandverletzte müssen sich auf die Zunahme von Patienten mit morbider Adipositas einstellen, und neben einem angepassten Fachwissen ein entsprechendes Equipment vorhalten. Nicht nur personelle Ressourcen müssen verstärkt werden, sondern auch strukturelle Bedingungen, wie z.B. OP-Tische und Patientenbetten für dieses Patientengut, müssen gewährleistet sein.