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29. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2011)

12.01. - 15.01.2011, Grindelwald, Schweiz

Wer brennt? – Verbrennungsmedizin im Wandel

Meeting Abstract

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  • T. Pierson - Klinik für Plastische, Ästhetische und Handchirurgie, Zentrum für Schwerbrandverletzte, Klinikum Offenbach
  • S.-M. Ryu - Klinik für Plastische, Ästhetische und Handchirurgie, Zentrum für Schwerbrandverletzte, Klinikum Offenbach
  • H. Menke - Klinik für Plastische, Ästhetische und Handchirurgie, Zentrum für Schwerbrandverletzte, Klinikum Offenbach

DAV 2011. 29. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung. Grindelwald, Schweiz, 12.-15.01.2011. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2011. Doc11dav46

DOI: 10.3205/11dav46, URN: urn:nbn:de:0183-11dav466

Veröffentlicht: 21. Juni 2011

© 2011 Pierson et al.
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Gliederung

Text

Hintergrund: Die Überalterung unserer Gesellschaft als Ausdruck des demographischen Wandels findet seinen Niederschlag in der zunehmenden Bedeutung der medizinischen Versorgung alter Menschen. Eine ähnliche Entwicklung hat sich in der Verbrennungsmedizin ebenfalls vollzogen.

Methoden: Die Daten aller Patienten ab dem 15. Lebensjahr, die seit 1975 in unserem Zentrum für Schwerbrandverletzte behandelt wurden, wurden statistisch aufgearbeitet.

Resultate: Die Anzahl der pro Jahr stationär behandelten Patienten nahm von 36,8 in den 1970er Jahren auf 96,7 in den 2000er Jahren zu. Das durchschnittliche Alter aller stationär behandelten Patienten lag im Mittel bei 36,8 Jahren und steigerte sich bis 2000er Jahren auf 46,1 Jahre. Hiervon betrug der durchschnittliche prozentuale Anteil aller über 60-jährigen Patienten, die stationär behandelt wurden, im Mittel 13,94% in den 1970er Jahren und nahm bis 2000er Jahren auf 25,98% zu. Das Verhältnis „Männer zu Frauen“ bei den stationär behandelten über 60-jährigen Patienten in den 1970er Jahren betrug 58% zu 42% und änderte sich bis 2000er Jahren auf ein Verhältnis von 39% zu 61%.

Schlussfolgerung: Unsere Datenlage spiegelt in eindrucksvoller Weise den stattfindenden demographischen Wandel auch in der Verbrennungsmedizin wider. Hervorzuheben ist insbesondere, dass es nicht zu einer Abnahme, sondern zu einem Anstieg der verbrennungsmedizinisch zu versorgenden Patientenzahl geführt hat. So konnten wir eine stetige Zunahme der Patientenzahl über einen Zeitraum von 35 Jahren feststellen. Geändert hat sich vor allem die Altersstruktur mit einer deutlichen Zunahme der über 60-jährigen Patienten mit entsprechender Komorbidität. Bezüglich des Geschlechts ist zu beobachten, dass sich das zahlenmäßige Verhältnis der männlichen zu den weiblichen Patienten in der Gruppe der über 60-Jähringen im Zeitraum der letzten 35 Jahre umgekehrt hat. Die optimale verbrennungsmedizinische Therapie kann auch in Zukunft nur durch ein flächendeckendes Netz hochspezialisierter Verbrennungszentren gewährleistet werden.