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27. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2009)

14.01. bis 17.01.2009, Leogang, Österreich

Einsatz von AnaConDa zur Analgosedierung in der Intensivtherapie beim Schwerbrandverletzten - erste Erfahrungen aus pflegerischer und ärztlicher Sicht

Meeting Abstract

  • M. N. Busche - Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover
  • A. Wolfes - Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover
  • F. Holz - Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover
  • L. Kunkel - Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover
  • E. Schechert - Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover
  • P. M. Vogt - Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover
  • H. O. Rennekampff - Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover
  • H. A. Adams - Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Medizinische Hochschule Hannover

DAV 2009. 27. Jahrestagung der deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung. Leogang, Österreich, 14.-17.01.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09dav71

DOI: 10.3205/09dav71, URN: urn:nbn:de:0183-09dav711

Veröffentlicht: 19. März 2009

© 2009 Busche et al.
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Gliederung

Text

Einführung: In der Anästhesie ist der Einsatz von volatilen Anästhetika als hypnotische (nicht analgetische) Komponente der Narkose gängige Praxis. Mit dem AnaConDa®-System (= Anesthetic Conserving Device) lassen sich die volatilen Anästhetika Isofluran und Sevofluran auch zur Analgosedierung auf der Intensivstation nutzen. Dazu wird ein spezieller kleiner Verdampfer, der gleichzeitig der Rückgewinnung des volatilen Anästhetikums und der Anfeuchtung des Atemgases dient, patientennah in das Schlauchsystem des Beatmungsgeräts eingebaut und über eine Spritzenpumpe mit einer definierten Menge des Anästhetikums versorgt. Darüber hinaus ist ein Gerät zur Messung der in- und exspiratorischen Gaskonzentrationen erforderlich. Über den Einsatz dieses Systems liegen bereits mehrere Publikationen vor; die Verwendung bei Schwerbrandverletzten hat bislang jedoch wenig Beachtung gefunden.

Methodik: Das System wurde auf unserer Station im Jahr 2008 erstmals eingesetzt und die Vor- und Nachteile gegenüber einer intravenösen Analgosedierung aus pflegerischer und ärztlicher Sicht beurteilt.

Erfahrungen: Zu den Vorteilen zählen die einfache Anwendung des Systems, die sichere Verabreichung des Anästhetikums, die universelle Einsetzbarkeit sowie die bronchodilatorische Wirkungen bei Patienten mit Inhalationstrauma usw., hier insbesondere in Verbindung mit Esketamin als analgetischer Komponente.

Im Gegensatz zu Benzodiazepinen ist eine praktisch beliebige Narkosetiefe erreichbar. Dies geht jedoch mit deutlichen Kreislaufeffekten (verminderter peripherer Gefäßwiderstand, sinkendes Herzzeitvolumen) einher, was die Anwendung insbesondere bei katecholaminpflichtigen Patienten – ähnlich wie bei Propofol – limitiert.

Schlussfolgerung: Das AnaConDa®-System ist bei richtiger Indikationsstellung eine wertvolle Option in der Analgosedierung des Schwerbrandverletzten.