gms | German Medical Science

27. Jahrestagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2009)

14.01. bis 17.01.2009, Leogang, Österreich

Suprathel-Weinessig-Matrix: eine Alternative zu herkömmlichen lokalen Antiseptika?

Meeting Abstract

  • H. Ryssel - BG Unfallklinik Ludwigshafen Plastische Chirurgie
  • G. Germann - BG Unfallklinik Ludwigshafen Plastische Chirurgie
  • H. Hierlemann - BG Unfallklinik Ludwigshafen Plastische Chirurgie
  • T. Schäfer - BG Unfallklinik Ludwigshafen Plastische Chirurgie
  • G. Wiedemann - BG Unfallklinik Ludwigshafen Plastische Chirurgie
  • S. Hellmich - BG Unfallklinik Ludwigshafen Plastische Chirurgie

DAV 2009. 27. Jahrestagung der deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung. Leogang, Österreich, 14.-17.01.2009. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2009. Doc09dav55

DOI: 10.3205/09dav55, URN: urn:nbn:de:0183-09dav550

Veröffentlicht: 19. März 2009

© 2009 Ryssel et al.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

Hintergrund: Die Therapie mutliresistenter Keime stellt eine immer größere Herausforderung im klinischen Alltag dar und die Therapieoptionen schwinden zusehends. Weinessig ist ein seit über 6000 Jahren bekanntes Antiseptikum, das aus Fallberichten zu Kriegszeiten bekannt ist. Ziel dieser Untersuchung war es erstmals in vitro prospektiv den Nachweis der bakteriziden Wirkung von 3%-igen Weinessig mit Suprathel® als Trägermaterial auf diverse multiresistente Keime (Methicillin-resistenter Staphylokokkus aureus (MRSA), ß-hämolysierende Streptokokken Gruppe A, Metalloß- Lactamase resistente Keime, Pseudomonas aeruginosa, Acinetobacter baumanii, vancomycinresistente Ernterokokken, Staphylokokkus aureus) im Vergleich mit etablierten Lokalantiseptika (Mafenid-acetat 5,0%, Lavasept 0,2%, Octenisept 0,1%, Betaisodona, Hibicet 1,0%) zu testen.

Material und Methoden: Standard 1-Boullion-Röhrchen werden mit den jeweiligen Keimen (106 CFU) beimpft und 24h bei 37°C bebrütet. 0,1 ml dieser Frischkulturen werden zu 9,9 ml der versch. Lösungen gegeben und dann 5/ 30/ 60 Minuten inkubiert.

Nach der Einwirkzeit werden unterschiedliche Verdünnungen angesetzt und im Plattengussverfahren mit warmen Standard I-Agar (47°) überschichtet. Nach Bebrüten (37°C, 48 h) wurden die Kolonien pro Platte ausgezählt.

Ergebnisse: Suprathel stellte sich in den Vorversuchen als geeignetes Trägermaterial für die Antiseptika dar, ohne selbst zerstört zu werden, sowie mit guten Releaseeigenschaften.

Die Weinessig-Suprathel-Matrix zeigte gerade bei gram-negativen Problemkeimen wie Pseudomonas aeruginosa und Acinetobacter baumanii exzellente Ergebnisse, bei Proteus vulgaris war der Weinessig allen handelsüblichen Antiseptika überlegen.

In drei individuellen Heilversuchen bei Patienten mit VRE, MBL und ESBL zeigte sich die Weinessig-Suprathel-Matrix im klinischen Einsatz als erfolgreich.