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25. Jahrestagung der deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2007)

10.01. bis 13.01.2007, St. Anton am Arlberg

Die Narbenkur, ein multimodales Konzept für die Narbenbehandlung

Meeting Abstract

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DAV 2007. 25. Jahrestagung der deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung. St. Anton am Arlberg, 10.-13.01.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc07dav74

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dav2007/07dav74.shtml

Veröffentlicht: 25. Juni 2008

© 2008 Blome-Eberwein.
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Gliederung

Text

Einleitung: Eine Spaetfolge von Verbrennungen ist bekannterweise die Narbenbildung. Aus Gespraechen mit, und der Nachsorge von Ueberlebenden mit schweren (aber auch nicht so schweren) Verbrennungen hat sich als hauptsaechliches Handicap immer wieder die Narbenbildung herausgestellt. Dennoch wird bisher wenig Zeit und Energie auf die Behandlung von Narben gerichtet. Einzelne Verbrennungszentren beginnen langsam, die Narbenbildung zu untersuchen, aber die Literatur gibt bisher nicht viele Anhaltspunkte die ueber Fallberichte hinausgehen. Narbenbehandlung ist ein weitgefasstes Gebiet mit multimodalen Behandlungskonzepten, die von der Praevention ueber kontinuierliche Therapien, Patienteninformation, Behandlerweiterbildung bis zur chirurgischen Korrektur reichen.

Material/Methoden: Das Konzept besteht aus einem Stufenplan, der die unterschiedlichen Aspekte der Narbenbehandlung letzendlich integrieren soll. Koerper und Seele werden dabei angesprochen und einige unorthodoxe Behandlungsmethoden werden angeboten und diskultiert.

1.
Zunaechst mussten objective Moeglichkeiten gefunden werden, Narben zu beschreiben. Die Messtechniken wurden verifiziert.
2.
Als zweite Stufe wurde eine Studie zur Oberflaechenbehandlung der gemeshten Spalthautnarbe durchgefuehrt. In unserem Verbrennungszentrum behandeln wir im Jahr ca. 600 Patienten stationaer. In der Nachsorgeklinik wurden im letzten Jahr 4400 Termine wahrgenommen. Diese Zahlen erlauben die Durchfuehrung ausreichend grosser Studien. Mehrere Studien zur Behandlung ausgeheilter Verbrennungsnarben sind zur Zeit in Vorbereitung.
3.
Die dritte Stufe im Konzept befasst sich mit Weiter- und Ausbildung von Betroffenen und Behandlern. In diesem Sinne bieten wir workshops an zwei Wochenenden im Jahr an.
4.
Weiterhin bieten wir all unseren Patienten selbstverstaendlich die ueblichen Kompressionsbehandlungen/plastisch-chirurgischen Korrekturen an. Darueberhinaus erhalten alle Patienten eine Cremebehandlung mit Salicylsaeure und Narbenmassage, soweit keine Kontraindikationen bestehen. Permanent Makeup und andere "Kosmetische Korrekturen sind ausserdem in unserem Repertoire.
5.
Wir verstehen uns als Weitervermittlungszentrale wenn es um Kontakte zu Betroffenenselbsthilfegruppen, Prothesenherstellern, Kosmetikkursen etc. geht. Wir haben eine umfangreiche Liste von Kontaktadressen zusammengestellt und warden diese in den naechsten Monaten ueber unsere Webpage verfuegbar machen.
6.
Der letzte Baustein in dem Konzept "Narbenkur ist die Finanzierung. Unterschiedliche Finanzierungsmoeglichkeiten werden in unserem Konzept integriert, nicht alle sind auf Europa uebertragbar. Das Ziel ist, viele dieser Behandlungsmoeglichkeiten kostenfrei anbieten zu koennen, da die meisten der Betroffenen sich teure kosmetische Behandlungen sonst nicht leisten koennen.

Zusammenfassung: Die Narbenkur soll Ueberlebenden einer Verbrennung die Moeglichkeit geben, ihre Narben mit allen verfuegbaren Mitteln, die ueber die uebliche Nachsorge hinausgehen, zu behandeln. Erste Studienergebnisse deuten darauf hin, dass sich auch ausgeheilte Narben noch in ihrer Struktur und Physiologie veraendern lassen.