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25. Jahrestagung der deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2007)

10.01. bis 13.01.2007, St. Anton am Arlberg

Neue Aspekte der Infusionstherapie beim Schwerbrandverletzten

Meeting Abstract

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  • corresponding author H.-A. Adams - Stabsstelle für Interdisziplinäre Notfall- und Katastrophenmedizin, Medizinische Hochschule Hannover

DAV 2007. 25. Jahrestagung der deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung. St. Anton am Arlberg, 10.-13.01.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc07dav31

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dav2007/07dav31.shtml

Veröffentlicht: 25. Juni 2008

© 2008 Adams.
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Gliederung

Text

Balancierte VEL orientieren sich eng an der Zusammensetzung des Plasma und enthalten insbesondere nur einen physiologischen Anteil an Chlorid-Ionen (etwa 103 mmol/l). Ein unphysiologisch hoher Chlorid-Anteil – wie in NaCl 0,9% – vermindert den renalen Blutfluss durch renale Vasokonstriktion, senkt die glomeruläre Filtrationsrate und vermindert damit die Diurese; weiter wird das Renin-Aldosteron-System supprimiert, so dass selbst gesunde Probanden mehrere Tage zur Elimination benötigen. Diese Pathomechanismen werden auch unter dem Begriff "Salzintoleranz der Niere" zusammengefasst. Das auch in den balancierten VEL aus galenischen Gründen fehlende Bikarbonat (HCO3 -) wird – wie bei der Ringer-Laktat-Lösung – durch metabolisierbare Anionen ersetzt. Dies sind Basen organischer Säuren (Azetat, Laktat, Malat), die im Organismus aus der nahezu unbegrenzt verfügbaren Kohlensäure (H2CO3) unter Verbrauch von H+ und O2 das HCO3 - freisetzen und damit bei Zufuhr großer Volumina – wie dies beim Verbrennungspatienten regelmäßig der Fall ist – einer Dilutionsazidose vorbeugen. Azetathaltige VEL sind laktathaltigen VEL überlegen, weil Azetat schneller als Laktat sowie leberunabhängig in der Muskulatur metabolisiert wird, pro mol gebildetem HCO3 - nur 2 mol statt 3 mol O2 verbraucht (bei der hepatischen Metabolisierung von 1 l Ringer-Laktat-Lösung mit 27 mmol Laktat wird der Sauerstoff-Verbrauch der Leber für etwa 7 min verdoppelt) und die Laktat-Diagnostik nicht verfälscht. Darüber hinaus ist Ringer-Laktat-Lösung hypoton, was den Einsatz bei Patienten mit begleitendem SHT limitiert.