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25. Jahrestagung der deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV 2007)

10.01. bis 13.01.2007, St. Anton am Arlberg

Funktionelles und ästhetisches Behandlungsergebnis nach Handverbrennung – Eine retrospektive Zwischenanalyse von 42 Händen an 29 Patienten

Meeting Abstract

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  • corresponding author T. von Wild - Klinik für Plastische, Ästhetische und Handchirurgie, Zentrum für Schwerbrandverletzte, Klinikum Offenbach
  • A. Sandner - Klinik für Plastische, Ästhetische und Handchirurgie, Zentrum für Schwerbrandverletzte, Klinikum Offenbach
  • H. Menke - Klinik für Plastische, Ästhetische und Handchirurgie, Zentrum für Schwerbrandverletzte, Klinikum Offenbach

DAV 2007. 25. Jahrestagung der deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung. St. Anton am Arlberg, 10.-13.01.2007. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2008. Doc07dav12

Die elektronische Version dieses Artikels ist vollständig und ist verfügbar unter: http://www.egms.de/de/meetings/dav2007/07dav12.shtml

Veröffentlicht: 25. Juni 2008

© 2008 von Wild et al.
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Gliederung

Text

Fragestellung: Der Mitbeteiligung der Hand kommt bei einem Anteil von bis zu 80% aller Verbrennungen eine hohe funktionelle, stigmatisierende aber auch sozioökonomische Bedeutung zu. Eine schnelle Wiederherstellung alltäglicher funktioneller Selbständigkeit und sozialer Reintegration in die Arbeitswelt mit einem gleichzeitig guten ästhetischen Ergebnis stellt daher eine große Herausforderung an das behandelnde Team dar. Ziel der Studie ist eine kritische Analyse früh- und spätfunktioneller und ästhetischer Ergebnisse nach primär indizierter chirurgischer Behandlung unter besonderer Berücksichtigung des von uns favorisierten Mesh-Transplantates.

Patienten und Methode: Retrospektiv haben wir von insgesamt 34 Patienten 29 Patienten (24 m; 5 w) nachuntersuchen können, die zwischen dem 1. Januar 2004 bis zum 3. Juli 2006 in unserer Klinik wegen einer tief dermalen Verbrennung behandelt wurden und primär für eine Hauttransplantation geplant waren. An allen Händen wurden unter physiotherapeutischer Anleitung die Gelenke frühfunktionell prä- und postoperativ mobilisiert. Die Nachuntersuchung erfolgte in einem Zeitfenster von 11,8 Monaten (1,2–32,9 M.) nach Unfall. Das funktionelle Ergebnis wurde gemessen mittels des DASH Scores, der Beurteilung des Ausmaßes einer möglichen Bewegungseinschränkung einzelner Gelenke sowie der Kraft beim Faustschluss mittels Dynamometer (in Kg). Die Beurteilung des ästhetischen Ergebnisses erfolgte subjektiv.

Ergebnis: Das Alter der Patienten betrug im Mittel 39 J. (17–74,6 J.). 50 Hände waren bei 29 Patienten verbrannt, von denen 42 debridiert wurden. Bei 41 Händen wurden eine temporäre Deckung mit SyspurDerm®, eine einzeitige bzw. zweizeitige Mesh- Spalthautdeckung vorgenommen. Operiert wurden 42 Hände unterschiedlicher Ausdehnung, 15 einseitig, 35 beidseitig, wobei 21 Patienten beidseitige Verbrennungen aufwiesen. Von diesen erhielten 5 Patienten eine einseitige Wundreinigung, ein Patient ein beidseitiges Debridement aber nur eine einseitige Spalthautdeckung und einer wurde direkt Transplantiert. Das chirurgische Debridment erfolgte im Mittel nach 5,5 Tagen (1–17). Die Spalthautdeckung durch Meshgraft (1:1,5) an 41 Hände wurde im Mittel nach 10 Tagen (3–17) komplikationsfrei durchgeführt, wobei in der Regel zweizeitig vorgegangen wurde (30 Hände; 10 Händen einzeitig). Bei 4 Patienten und 4 Händen heilte die Haut spontan unter SyspurDerm® ab. Das funktionelle Ergebnis war bei 26 Patienten und 45 Händen sehr zufrieden stellend. Der DASH Score ergab einen Median von 30 (30-113). Bei 5 Patienten fand sich eine Kraftminderung der dominanten Seite um im Mittel von 5 kg (Min. 2.8 kg; Max. 8.4 kg). Die Narbenbildung führte bei zwei von 42 Händen (4,8%) zu einer funktionellen Einschränkung der Gelenkbeweglichkeit. 93% aller Patienten waren wieder im alten Beruf tätig und fühlte sich subjektiv nicht eingeschränkt. Das kosmetische Behandlungsergebnis ist bei 45 von 50 Händen auch unter Selbsteinschätzung der Patienten als gut bis sehr gut zu bezeichnen.