gms | German Medical Science

14. Workshop der gmds-Arbeitsgruppe "Computerunterstützte Lehr- und Lernsysteme in der Medizin (CBT)" und des GMA-Ausschusses "Neue Medien"

Institut für Didaktik & Bildungsforschung im Gesundheitswesen (IDBG),
Private Universität Witten/Herdecke

16.04. - 17.04.2010, Witten

Vorstellung eines digitalen Befundblattes zur Behandlung von Patienten mit Parodontitis in der klinischen Ausbildung von Zahnmedizinstudenten

Meeting Abstract

Suche in Medline nach

Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie. Gesellschaft für Medizinische Ausbildung. 14. Workshop der gmds-Arbeitsgruppe "Computerunterstützte Lehr- und Lernsysteme in der Medizin (CBT)" und des GMA-Ausschusses "Neue Medien". Witten, 16.-17.04.2010. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2010. Doc10cbt24

DOI: 10.3205/10cbt24, URN: urn:nbn:de:0183-10cbt244

Veröffentlicht: 13. April 2010

© 2010 Heym.
Dieser Artikel ist ein Open Access-Artikel und steht unter den Creative Commons Lizenzbedingungen (http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/deed.de). Er darf vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden, vorausgesetzt dass Autor und Quelle genannt werden.


Gliederung

Text

In den letzten Jahren wurde an der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie der LMU München ein Prototyp für ein Programm entwickelt, mit dem Zahnmedizinstudenten und -studentinnen die Befunde für Parodontalbehandlungen digital erfassen können. Durch die Ausstattung der Studentenarbeitsplätze mit Computern im Rahmen des Umbaus der Zahnklinik kann dies am Patienten eingesetzt werden.

Die Problematik bei parodontalen Befunden ist, dass initial bis zu 1200 Einzelbefunde erhoben und miteinander abgeglichen werden müssen, um eine individuelle Therapieempfehlung zu finden. Da es sich bei parodontalen Erkrankungen um chronische Erkrankungen handelt, müssen die Befunde nach der initialen Therapie in regelmäßigen Abständen wiederholt erhoben und mit den Vorbefunden abgeglichen werden. Dadurch kann der Heilungsverlauf dokumentiert und bei neuen Erkrankungsschüben die Therapie optimal geplant werden. Dabei sollen die Studenten nicht nur Befunde eingeben und vergleichen, sondern einen Einblick in die Entscheidungsfindung bekommen. Dies ist bei der anfallenden Menge der Daten ohne Softwareunterstützung schwierig. Auch muss derzeit das Lehrpersonal die Richtigkeit der Berechnungen nachprüfen, was viel Zeit in Anspruch nimmt.

Aus dieser Problematik heraus entstand die Idee, die relevanten Befunde digital zu erfassen und auszuwerten. Das hier vorgestellte Programm ist eine Excel-Datei, die in einen Eingabe- und in einen Darstellungs- und Auswertungsteil unterteilt ist. Der Eingabeteil fragt alle relevanten anamnestischen Fragen und Befunde standardisiert ab. Die Daten werden ausgewertet und so wieder dargestellt, dass sie auf dem Monitor, der an jeder Einheit angebracht ist, sowohl von Patienten als auch den Studenten und dem Lehrpersonal angesehen werden können. Anhand dieser Darstellung werden die Befunde durch den Assistenten überprüft und validiert. Anschließend wird gemeinsam mit den Studenten und den Patienten eine Therapiestrategie entwickelt, die in individualisierbaren Einverständniserklärungen festgehalten und von Patienten- und Arztseite unterschrieben wird. Eine weitere Funktion ist die übersichtliche Zusammenfassung und grafische Verlaufsdarstellung der Befunde. Durch die Veränderungen der Parameter kann die Entwicklung des Erkrankungszustandes des Patienten nachvollziehbar gemacht werden.

Mittelfristig ist geplant, eine Datenbank nach dem Vorbild der Excel-Datei zu programmieren, die Vergleiche zwischen verschiedenen Patienten ermöglicht und Behandlungsdaten auch für wissenschaftliche Zwecke nutzbar macht.